Organisation für Migration will tausende Migranten aus Libyen zurückbringen

3. März 2017, 12:40

IOM plant 2017 mehr als 7000 geförderte Rückreisen von Migranten in ihre Heimatländer

Berlin – Die Internationale Organisation für Migration (IOM) will tausende Flüchtlinge aus Libyen zurück in ihre Heimatländer bringen. Die Zahl der finanziell geförderten Rückreisen aus Libyen solle in diesem Jahr auf mehr als 7.000 erhöht werden, sagte eine Sprecherin des zuständigen IOM-Büros in Tunesien der Zeitung "Die Welt" in der Freitagsausgabe.

Im vergangenen Jahr nutzten demnach knapp 2.800 Migranten die finanziellen Hilfen der IOM. Wie die Zeitung unter Berufung auf EU-Diplomaten berichtete, sollen in diesem Jahr vor allem Migranten nach Nigeria und in den Niger zurückgebracht werden. 2016 hatte die IOM vor allem Menschen aus den Ländern Senegal, Nigeria, Burkina Faso, Mali und Niger bei der Rückreise geholfen.

Bis zu eine Million Migranten in Libyen

Nach Schätzungen der IOM halten sich bis zu eine Millionen Migranten in Libyen auf. In den Flüchtlingslagern und Haftzentren in dem nordafrikanischen Land herrschen zum Teil katastrophale Bedingungen. Hilfsorganisationen kritisieren immer wieder schwerste Menschenrechtsverletzungen in dem Krisenland, das in weiten Teilen von bewaffneten Milizen kontrolliert wird.

Libyen ist das Hauptdurchgangsland für Flüchtlinge aus Afrika auf der Route über das zentrale Mittelmeer nach Europa. Im vergangenen Jahr hatten sich mehr als 160.000 Flüchtlinge von Libyen aus mit dem Boot auf den Weg nach Italien gemacht. Für 2017 rechnen Experten mit einer noch höheren Zahl. Erst am Donnerstag waren nach Angaben der italienischen Küstenwache knapp tausend Bootsflüchtlinge vor der libyschen Küste aus Seenot gerettet worden.

Um die Lage in Libyen soll es auch beim Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Tunesien gehen. Auf der zweiten Station ihrer Nordafrika-Reise will Merkel am Freitag in Tunis mit Regierungschef Youssef Chahed und Staatschef Beji Caid Essebsi über Migrations- und Sicherheitsfragen sprechen. (APA, 3.3.2017)