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Deutsches Institut warnt vor Campylobacter-Bakterien

9. März 2017, 09:24

Mangelnde Hygiene beim Kochen gilt als Hauptursache für Infektionen – von Geflügelfleisch geht größtes Risiko aus

Berlin – Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor einer starken Zunahme von Campylobacter-Bakterien. Die Erreger lösen ansteckende Durchfall-Erkrankungen aus, häufig erfolgt die Übertragung über Geflügelfleisch. "Deutschland verzeichnet hier pro Jahr 70.000 bis 75.000 klinische Fälle", sagte BfR-Präsident Andreas Hensel den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

"Die Campylobacter-Bakterien sind stark im Kommen." Die meisten, die daran erkrankten, seien junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren. Als einen Grund für die Erkrankungen nannte Hensel fehlendes Wissen über den Umgang mit Nahrungsmitteln. "Wir müssen uns mehr um die Küchenhygiene kümmern", so der BfR-Präsident. "In unserer Welt der Einzelhaushalte wird das Kochen gar nicht erst erlernt."

Warnung vor der Ente

Es helfe überhaupt nicht, "dem Fernsehkoch zuzugucken", meint Hensel weiter. "Wo sind die Fernsehköche, die am Anfang jeder Sendung sagen: 'Zuerst wasche ich meine Hände.'" Das sei aber das erste, was der Profi mache und was man auch seinen Kindern in der Küche beibringen müsse.

Ein weiteres Beispiel: "Eine Gruppe junger Leute trifft sich zum Grillen. Da fasst einer den rohen Hühnerschenkel an und nimmt dann mit der gleichen Hand das fertige Würstchen vom Grill. Wer das isst, nimmt genügend Bakterien für fünf Tage Durchfall auf."

Hensel erläuterte: "Schätzungsweise eine Million Deutsche erleiden pro Jahr mindestens eine Lebensmittelvergiftung. Entweder durch Viren, Bakterien oder Parasiten. Verantwortlich sind häufig rohes Fleisch, vor allem Geflügel, Rohmilchprodukte, rohe Eier. Es gibt sogar echte "Risiko"-Gerichte, die derzeit hip sind, wie Enten-Carpaccio." Wer anfällig für Infektionskrankheiten sei, sollte sie meiden. (APA, dpa, 9.3.2017)