ORS lotet mit Sendern Digitalradio-Betrieb aus

9. März 2017, 11:55

Radiosender sollen bis 15. März Bedarf anmelden, ORF und Kronehit winken ab – ORS-Chef skeptisch: wirtschaftlich sinnvolle Einführung nicht in Sicht

Wien – Die ORF-Sendetochter ORS lotet derzeit mit interessierten Radiosendern den Betrieb von Digitalradio aus. Noch bis 15. März können sich Radioveranstalter bei der ORS zur Bedarfsabstimmung melden, teilte die ORS am Donnerstag mit. Die ORF-Sendetochter ORS macht eine Teilnahme an der laufenden Ausschreibung für die Digitalradio-Standard DAB+ von der Nachfrage ab. ORF und Kronehit haben bereits abgewunken.

Die ORS werde bei entsprechendem Interesse weitere Schritte für einen regionalen oder bei Bedarf auch bundesweiten Regelbetrieb für österreichisches Digitalradio setzen, heißt es in der Aussendung. Basis dafür sind zwei Ausschreibungen der Kommunikationsbehörde Austria von lokalen, regionalen und bundesweiten terrestrischen Multiplex-Plattformen für digitalen terrestrischen Hörfunk im Standard DAB+.

Die ORS erklärte weiters, daran zu arbeiten, sich mit einem Programmangebot zu bewerben. Man erarbeite mit den Interessenten Pläne und Maßnahmen hinsichtlich möglicher Multiplex-Ausrichtungen. "Dabei werden insbesondere Prioritäten und Kosten bezüglich künftig von Radioveranstaltern angestrebter Versorgungsregionen diskutiert." Ziel seien verbindliche Vereinbarungen bis Anfang Juni, diese sind Voraussetzung für die Bewerbung der ORS.

ORS skeptisch

Laut "Wiener Zeitung" (Donnerstagsausgabe) hat die ORS den österreichischen Radiosendern drei Varianten angeboten: eine österreichweite mit 80 Prozent Abdeckung, eine billigere österreichweite mit 50 Prozent und eine reine Ballungsraum-Variante.

Die größten Sender, die ORF-Programme und Kronehit, werden jedenfalls nicht dabei sein. ORF und Kronehit sehen in der Digitalisierung keine Vorteile für sich. Die ORS schätzt deshalb die Chancen für DAB+ als gering ein. "Die Rahmenbedingungen lassen eine wirtschaftlich sinnvolle Einführung im Vergleich mit UKW derzeit nicht zu", wird ORS-Chef Michael Wagenhofer in dem Zeitungsbericht zitiert. (APA, 9.3.2017)