Private Med-Uni in Salzburg pocht auf hohe Qualitätsansprüche

13. März 2017, 11:52

Rektor Resch sieht seine Universität in der Debatte um Privatunis unfair behandelt. Aber auch er kann sich Änderungen vorstellen

Wien/Salzburg – Die private Medizin-Uni in Salzburg sorgt sich um ihren Ruf. "Wir sind keine Medizin-Universität light. Ganz sicher nicht", sagt Rektor Herbert Resch zum STANDARD. Eine solche Bezeichnung sei "schon schmerzhaft", meint er in Richtung der Kritiker von Privatuniversitäten. Trotzdem sieht auch er die Gefahr von Qualitätsmängeln bei geplanten privaten Initiativen.

Die Universitätenkonferenz und der Wissenschaftsrat pochen seit längerem auf eine Reform des Privatuniversitätengesetzes. Sie wollen strengere Regeln für die Akkreditierung und befürchten eine Verwässerung der Marke "Universität." Es dürfe keine "Medizin-Uni light" geben, sagte etwa Oliver Vitouch, Präsident der Universitätenkonferenz, zum STANDARD.

"Ich weiß, dass wir damit nicht gemeint sind", sagt Resch. Der Rektor der Paracelsus-Universität Salzburg (PMU) verweist darauf, dass die Studierenden seiner Universität die erste Stufe der US-amerikanischen Medical Licensing Examination bestehen müssen. Damit gebe es neben den österreichischen Akkreditierungsauflagen der AQ Austria auch eine externe, internationale Kontrolle. Zudem sei für alle Studierenden ein Forschungstrimester verpflichtend. Natürlich könne eine junge Universität – die PMU wurde 2003 gegründet – nicht die Forschungsleistungen von 300 Jahre alten Unis liefern. Die PMU habe aber schon 2015 fünfzig Prozent der Publikationsleistung der Medizin-Unis in Graz und Innsbruck erreicht.

Medizinstudium in Mürzzuschlag "weit hergeholt"

Skeptisch ist Resch allerdings, was eine private Initiative in Mürzzuschlag betrifft. Der US-Amerikaner John Eapen will dort offenbar eine Zweigstelle der ukrainischen Bukovinian State Medical University einrichten. "Ich kann mir das nicht vorstellen. Das scheint mir etwas weit hergeholt, dort eine medizinische Universität zu errichten." Für eine ausreichende Qualität des Studiums müsse es am Standort ein Krankenhaus mit Universitätsklinikcharakter geben. "Das heißt, dass es alle Disziplinen auf hohem Niveau geben muss, mit Forschungsanteil. Ich glaube nicht, dass das Mürzzuschlag hat."

Der Idee des Wissenschaftsrats und der Universitätenkonferenz, Privatunis zunächst als "Hochschulen" zu bezeichnen, kann Resch einiges abgewinnen. "Wenn jemand am Anfang keine Forschungstätigkeit nachweisen kann, dann wäre das eine Möglichkeit", sagt er. (koli, 13.3.2017)