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Was erwarten junge Menschen von ihrer Zukunft?

Umfrage
15. Mai 2017, 09:50

Was sind die Wünsche, Ziele, Hoffnungen und Ängste der 18- bis 34-Jährigen? Das wollte die europaweite Umfrage "Generation What?" der Europäischen Rundfunkunion (EBU) herausfinden. Knapp eine Million Menschen aus 35 Ländern wurden befragt. Die Fragen waren vielfältig und deckten die Bereiche Ausbildung, Liebe, Politik, Wirtschaft, Europa und Erwachsenwerden ab. "Die junge Generation ist sehr pragmatisch." Zu diesem Schluss kommt der Redakteur Tobias Bönte vom Bayerischen Rundfunk bei der Interpretation der Ergebnisse. Es handle sich um eine Generation, die nur Krisen erlebt und die dennoch einen optimistischen Blick habe, so Bönte.

Die Ergebnisse zeigen auch, dass junge Menschen in Europa mehrheitlich optimistisch in die Zukunft blicken. 52 Prozent der jungen Österreicherinnen und Österreicher sehen ihre Zukunft eher optimistisch und 13 Prozent sogar sehr optimistisch.

Vertrauen in Politik, Hilfsorganisationen und Medien

21 Prozent glauben, dass alle, und 71 Prozent, dass manche Politiker korrupt sind. Das könnte eine Erklärung dafür sein, warum das Vertrauen in die Politik bei jungen Österreicherinnen und Österreichern nicht sehr ausgeprägt ist. 47 Prozent haben auch kein Interesse, sich in einer politischen Organisation zu engagieren. Immerhin 36 Prozent gaben an, sich nicht zu engagieren, schließen aber ein späteres Engagement nicht aus. Dieses Ergebnis widerspricht zum Teil der Annahme, dass junge Menschen nur den Rückzug ins Private anstreben und die neue Biedermeiergeneration verkörpern, interpretiert Bönte.

Medien rangieren bei der "Generation What?" europaweit im Ansehen nicht sehr weit oben. Überhaupt kein Vertrauen zu haben gaben dabei 37 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher an. Aber auch religiöse Institutionen scheinen in der Vertrauensfrage eher schlecht abzuschneiden. Hilfsorganisationen hingegen wird deutlich mehr Vertrauen entgegengebracht – mehr als die Hälfte hat eher beziehungsweise völliges Vertrauen.

Europa und Nationalismus

80 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher fühlen sich als Europäerin und Europäer. 71 Prozent sind gegen einen Austritt Österreichs aus der Europäischen Union. Zugehörig fühlen sich aber 39 Prozent dem eigenen Land und nur acht Prozent Europa. 64 Prozent sehen eine Zunahme beim Nationalismus in Europa und finden diese Entwicklung nicht gut. 16 Prozent finden diese Entwicklung positiv.

Sorgen und Ängste

Soziale Unruhen, Umwelt und finanzielle Absicherung sind die drei Punkte, über die sich Österreicherinnen und Österreicher die meisten Sorgen machen. Jemanden zu verlieren, Terrorismus und Krieg gehören zu den Dingen, die den jungen Menschen derzeit am meisten Angst machen.

Wie ist Ihr Blick in die Zukunft?

Welche Zukunftsfragen stellen Sie sich zurzeit? Decken sich die Studienergebnisse mit Ihrer Einstellung und Ihren Einschätzungen? Erzählen Sie uns von Ihren Wünsche, Zielen, Hoffnungen und Ängsten! (Judith Handlbauer, 15.5.2017)