International Journalism Festival

Wie Bill Clinton (und die Bushs) Trump zur US-Präsidentschaft verhalfen

6. April 2017, 07:00

Anti-Establishment-Populismus von den USA bis Europa

Perugia – Andrew Spannaus, Gründer der Plattform Transatlantico.info hat im Juni 2016 ein Buch herausgebracht mit dem Titel "Warum Trump gewinnen wird". Alan Friedman, zuvor auf italienische Schlamassel abonniert, publizierte "Das ist nicht Amerika" 2017. Für das Journalism Festival in Perugia setzten sie sich Mittwochabend zusammen und sehr auseinander über die Bedeutung von Donald Trumps Verhältnis zu Wladimir Putins Russland und seinen Hackern, aber auch zur Bedeutung von Trumps Lügen.

Definitiv einig waren die beiden Autoren in einem Punkt: Donald Trump ist keine Ursache, er ist die Auswirkung. Von 30 Jahren Wirtschaftspolitik, die große Teile der Bevölkerung – vorsichtig formuliert – vernachlässigt hat. Eine Politik – von George Bush über den Demokraten Bill Clinton bis zu George W. Bush – ständiger Kürzungen des Sozialsystems und freier, möglichst unkontrollierter Bahn für die Wall Street.

Wem Trump nicht hilft

Trump habe mit Erfolg den ärmeren Teilen der Bevölkerung das Blaue vom Himmel versprochen, sagt Friedman. "Und nun hilft er der Wall Street, der Waffenlobby, der Pharmalobby, der Öllobby und allen – außer jenen armen Weißen, die ihn gewählt haben."

Alan Friedman wie Andrew Spannaus verweisen auf ähnliche Anti-Establishment-getriebene Entwicklungen in Europa – von Großbritanniens EU-Austrittsvotum über Marine Le Pen in Frankreich und Beppe Grillos 5-Sterne-Bewegung in Italien. Denn, so fasst Spannaus die Wirtschaftspolitik der und in der EU so zusammen: "Sparkurs für die Bevölkerung und unbegrenzt Geld für die Banken."

Die ganze Debatte "America, the whole world is watching" beim International Journalism Festival in Perugia zum Nachsehen:

Alan Friedman und Andres Spannaus, moderiert von Journalistin Caterina Soffici.
international journalism festival

(fid, 6.4.2017)