Foto: ARD Degeto/ITV Studios/BBC Scotland/Neil Davidson

Die Idylle ist trügerisch, eh klar: "Mord auf Shetland" auf ARD

18. April 2017, 09:00

Nicht Action, sondern Scharfsinn ist das Rezept dieser BBC-Serie

So, gemütlich zurücklehnen, am besten mit einem rauchigen Single Malt im Glas und dann: eintauchen in die wundervoll-entrückte, magisch-melancholische Welt der Shetland-Inseln ... Doch die 23.210 Einwohner im hohen Norden Schottlands kommen gar nicht so gut miteinander aus, wie man eigentlich glauben würde. Denn auch hier herrschen Neid, Missgunst, Eifersucht, ja sogar Hass. Und schon haben wir unseren Mord auf Shetland, Montag um 21.45 Uhr in der ARD und auf Amazon abrufbar.

Jimmy Perez, Mitte 40, Witwer, Dompteur einer halbwüchsigen Tochter, ist der Detective Inspector dieser Inselgruppe. Ruhig, besonnen und mit viel Empathie für die Insulaner bringt er habituelle Bösewichte genauso zur Strecke wie Täter, die im Affekt getötet haben. Seine kriminalistische Arbeit basiert auf Reden, Zuhören, Recherchieren, Nachdenken. Viel Nachdenken – so viel und so lange, dass man massenhaft Zeit hat, der betörenden Landschaft der Shetland-Inseln zu erliegen und unweigerlich Reisepläne für den nächsten Sommer zu schmieden.

Lauter authentische Typen

Die Serie basiert auf Büchern von Ann Cleeves, die beste britische Krimitradition pflegt: Nicht Action, sondern Scharfsinn ist das Rezept dieser BBC-Serie, die da und dort an Inspektor Morse oder Lewis erinnert. Hervorragend die Besetzung und Ausstattung der Serie: Lauter authentische Typen, alle wirken glaubwürdig und bodenständig. Und auch die Details stimmen, bis hin zur speckigen Wachstuchjacke des Kommissars. Und haben Sie jemals eine Ermittlerin mit Zahnspange gesehen? Hier schon.

Und wenn's geht: Bitte im Original anschauen. Der schottische Akzent der Schauspieler ist zum Niederknien und steigert den Charme dieser Serie ums Doppelte. Mindestens! (Gianluca Wallisch, 18.4.2017)