Nitsch-Aktion sorgt für Tierschützer-Kritik

19. April 2017, 14:31

Verwendung eines toten Stiers in der 150. Aktion sei respektlos

Hobart/Wien – Die 150. Aktion von Hermann Nitsch findet am 17. Juni im Rahmen des Dark Mofo Festivals im australischen Tasmanien statt und sorgt im Vorfeld für Kritik. Tierschützer beklagen, dass die Einbeziehung eines zuvor geschlachteten Stiers in die Kunstaktion "respektlos" sei.

Obwohl das Tier nicht bei der Aktion selbst, sondern im Vorfeld auf "humane Weise" auf einem Schlachthof getötet wird, stoßen sich Tierschützer, die rund 2.000 Unterschriften gegen die Aktion gesammelt haben, an der Verwendung der Tierleiche in der Performance. "Auch wenn es human und respektvoll getötet wird, was danach passiert ist sicher nicht respektvoll", so Tierschützer Peter West gegenüber dem "Guardian".

Für das vom Museum of Old and New Art in der Stadt Hobart ausgerichtete Festival stellt die Nitsch-Aktion, die laut Festivaldirektor Leigh Carmichael "mit Fleisch, Fisch, Früchten, Blut, Live-Performance und Orchester" aufwartet, einen Höhepunkt dar. "Es ist ein heftige und kraftvolle Sache, es konfrontiert und lässt mich definitiv meine eigene ethische Haltung zu dieser Arbeit hinterfragen", so Carmichael im "Guardian".

Museums-Gründer David Walsh bezeichnet Nitsch als "fettes, dementes Faultier, ein Prachtkerl und meiner Meinung nach ein großartiger sozialer Künstler, der mit seinem schmutzigen Spektakel eine Aussage macht, die keiner noch so großen Facebook-Frivolität jemals gelingen wird." (APA, 19.4.2017)