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Starker Führer: 23 Prozent Hardcore

Einserkastl |
20. April 2017, 17:17

Die Hardcore-Anhänger eines undemokratischen Systems machen heute schon fast ein Viertel aus

43 Prozent erachten einen "starken Mann" an der Spitze Österreichs für sehr oder ziemlich wünschenswert. Das erhob das Sora-Institut.

Und wir regen uns über die 73 Prozent Austrotürken auf, die für Erdoğans Ermächtigungsgesetz gestimmt haben?

Gemach, gemach. Günther Ogris vom Sora-Institut erläutert, was die 43 Prozent bedeuten. "Es geht um eine stärkere Führung im jetzigen – demokratischen – System". Die 43 Prozent wollen, dass die Regierung auch wirklich regiert.

Es folgt nun ein großes "Aber": "Man sollte einen starken Führer haben, der sich nicht um Parlament und Wahlen kümmern muss." Dafür gibt es jetzt 23 Prozent Zustimmung, vor zehn Jahren nur 14 Prozent.

Das, liebe Leute, ist der Wunsch nach Ablöse der Demokratie durch autoritäre Herrschaft. Die Hardcore-Anhänger eines undemokratischen Systems machen also heute schon fast ein Viertel aus. Die Zustimmung zur Demokratie als "bestem System" ist übrigens auch gesunken. Erklärung: "Die Menschen" fühlen sich ignoriert, haben Zukunftsängste. Vermutung: Mit dem Kanzler als Pizzaboten wird das nicht besser, auch nicht mit einer ÖVP, die nur Obstruktion betreibt und auf den Messias Kurz starrt, mit Grünen, die sich dem Sektierertum hingegeben haben, und Neos, die auf das Ja der kapriziösen Irmgard Griss warten.

Leute, es brennt, und ihr diskutiert die Uniformen der Feuerwehrleute. (Hans Rauscher, 20.4.2017)

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