Voest-Chef Eder: Chinas Kauf des Stahlwerks Košice schafft Transparenz

21. April 2017, 12:59

Bei Produktion mit europäischen Kosten könnte chinesische He Steel Preise nicht so leicht unterbieten

Wien/Košice – Seit Februar ist bekannt, dass die chinesische He Steel darüber verhandelt, ein Stahlwerk im slowakischen Košice zu übernehmen. Sollte es nun dazu kommen, dann könnten sich die chinesischen Betreiber zwar Strafzölle für Billigimporte aus China ersparen, sie müssten aber mit europäischen Kosten arbeiten. Außerdem werde die Kostenstruktur viel transparenter als in China, erwartet Voest-Chef Wolfgang Eder.

"Insofern ist es vielleicht sogar eine Möglichkeit, etwas genauer zu erfahren, wie chinesische Konkurrenten ihre Kosten entwickeln", sagte Eder, auch Vizepräsident der Welt-Stahl-Organisation, im ORF-"Morgenjournal". Auch werde es mit europäischen Kosten "mit Sicherheit schwieriger, die europäischen Preise zu unterfahren".

He Steel ist mit 33.000 Mitarbeitern der zweitgrößte Stahlproduzent Chinas. Das Stahlwerk in Košice gehört seit 17 Jahren dem Stahlkonzern US Steel. Kolportierter Verkaufspreis: 1,4 Milliarden Euro. Laut ORF soll die Unterzeichnung nun "in diesen Tagen" erfolgen. (APA, 21.4.2017)