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Warum Zahnfleischerkrankungen gefährlich sind

12. Mai 2017, 09:50

Parodontitis ist eine Erkrankung, die zu Schlaganfall oder Diabetes führen kann. Durch regelmäßige Arztbesuche und richtige Zahnreinigung kann vorgebeugt werden

Gesundes Zahnfleisch ist rosa, straff und schmiegt sich eng an den Zahn. Bei vielen Österreichern sieht es jedoch dick und krank aus und blutet. Von den Betroffenen wird das oft als Nichtigkeit abgetan, doch Zahnfleischbluten ist ein typisches Symptom für eine parodontale Erkrankung. Probleme ergeben sich durch mangelnde Mundhygiene: Denn eine Zahnbürste säubert nur zwei Drittel der Mundhöhle.

"An Zahnzwischenräume und Backenzähne – ideale Nistplätze für eigentlich harmlose Bakterien, die jedoch zusammen mit Speiseresten und Bestandteilen des Speichels Plaque bilden und sich am Rand des Zahns festsetzen und entzündlich wirken können– kommt man mit herkömmlichem Zähneputzen nicht ausreichend heran", sagen Experten anlässlich des Europäischen Tages der Parodontologie am 12. Mai.

"Zahnzwischenraumbürsten und Zahnseide bilden eine effiziente Plaque-Prophylaxe und tragen dazu bei, dass die Entzündung nicht tiefer in den Zahnhalteapparat hineinwandert", erklärt Hady Haririan von der Praxis "Zahnärzte im Achten" und Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie. "Häufig wird die Parodontitis erst erkannt, wenn die Krankheit bereits weit fortgeschritten und der eingetretene Schaden groß ist. Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sind daher maßgeblich für nachhaltige Beschwerdefreiheit."

Risikofaktoren und Ursachen

Erkrankungen des Zahnhalteapparates entstehen durch Bakterien im Biofilm, die bei manchen Personen zu einer überschießenden Entzündungsreaktion führen. Dabei nimmt das körpereigene Gewebe Schaden. Erkrankungen des Zahnhalteapparates werden vor allem durch folgende Risikofaktoren begünstigt:

  • unzureichende Mundhygiene
  • Rauchen
  • Diabetes
  • schlechtes Ernährungsverhalten
  • dauerhafter Stress
  • Übergewicht
  • fortgeschrittenes Lebensalter

Durch Parodontitis kommt es meist zu einem Rückgang des Zahnfleisches. Studien zeigen außerdem, dass Menschen mit Parodontitis ein erhöhtes Risiko für Zahnverlust, Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Lungenentzündungen und Frühgeburten haben.

Der European Gum Health Day (Europäischer Tag der Parodontologie) am 12. Mai steht unter dem Motto "Gemeinsam gegen Zahnfleischerkrankungen". Dieser Aktionstag soll in der Öffentlichkeit Bewusstsein für gesundheitliche Probleme rund um parodontale Erkrankungen schaffen, um Zahnfleischerkrankungen vorzubeugen, zu bekämpfen und dabei zu helfen, die oft missachteten ersten Symptome richtig zu deuten. (red, 12.5.2017)