Foto: Sonja Priller/Löwenzahn Verlag

Superfood!? Einfache, regionale Rezepte rund ums Jahr

13. Mai 2017, 08:39

80 Rezepte aus heimischen Lebensmitteln, raffiniert und schmackhaft zubereitet – so geht Superfood

Während die einen sofort begeistert zugreifen, wenn sie Superfood hören, wenden sich die Skeptiker ohne genaueres Hinsehen spöttisch ab. Der Marketingbegriff ist wohl schon etwas überstrapaziert. Doch beim Reinblättern in Andrea Fičalas Buch "Superfoods einfach & regional" aus dem Löwenzahn Verlag stellt sich heraus, dass es sehr viele heimische Lebensmittel gibt, die den Begriff Superfood rechtfertigen und auch kulinarisch was hergeben.

Die Autorin stellt diese ausführlich und mit wunderschönen Zeichnungen illustriert der Reihe nach vor. Wir erfahren, warum welche Beeren gesund sind oder welches Öl das Beste für uns ist. Warum Palmfett und Kokosfett zwar gerne als gesund angepriesen werden, dies aber nicht stimme. Welche Wildkräuter das ganze Jahr über gesammelt und verspeist werden können und vieles mehr.

Die Rezepte hat Fičala nach Jahreszeiten geordnet. Für jede Saison gibt es Vorschläge für Frühstück, Hauptspeisen, Snacks und Süßes. Konsequent werden Lebensmittel verwendet, die bei uns wachsen oder zu unseren Basislebensmitteln gehören, wie zum Beispiel Zitronen und Pfeffer. Auf Fleisch und Fisch wird gänzlich verzichtet, Eier und Milchprodukte werden verwendet – vegetarisch eben.

foto: sonja priller/löwenzahn verlag

Die "Dinkelstange gefüllt mit weißer Bohnencreme und Senfkeimlingen" wird unter Snacks im Frühling gelistet. Die Bohnen werden wegen ihres hohen Eiweißgehalts mit gleichzeitig wenig Fett und reich an Vitaminen als Superfood bezeichnet. Das Frühlings-Frühstück könnte etwa ein Karotten-Sauermilch Smoothie sein.

Dass heimisches Superfoods nicht nur besser, sondern auch noch günstiger ist, zeigt Andrea Fičala in einem Vergleich. Bio-Chiasamen kostet etwa € 11-15/kg und ist noch dazu weit gereist, während Bio-Leinsamen nur € 3-4/kg kostet und auf österreichischen Feldern wächst. Manches ist überhaupt gratis zu ernten – wie etwa Holunderbeeren für Hollerkoch. Das passt dann wieder wunderbar zu Kefirnockerl.

foto: sonja priller/löwenzahn verlag

Wer also bereit ist, selber zu kochen und frische, regionale, saisonale Lebensmittel zu verwenden, der wird mit diesem Kochbuch viel Freude haben. Dass die Gerichte noch dazu gesund sind ist ein weiterer Bonus. Ob es jetzt Superfood genannt wird oder nicht, ist dabei unwichtig. (Helga Gartner, 13.5.2017)


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