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Wrabetz traf Redakteure: ORF-Channel-Struktur wird vertagt

17. Mai 2017, 20:39

Hat ORF-Chef nach STANDARD-Infos Redakteursvertretern signalisiert

Wien – Die Aufteilung der Fernsehinformation auf ORF 1 und ORF 2 hat ORF-General Alexander Wrabetz schon vorige Woche vor Betriebsräten und dann Redakteursräten vertagt – mit Hinweis auf die politische (Vorwahl-)Lage. Nun vertagt Wrabetz auch die geplante neue Struktur mit Channel Managern bis nach der Nationalratswahl. Das signalisierte Wrabetz nach STANDARD-Infos am Mittwoch Redakteursvertretern. Über das Gespräch wurde Stillschweigen vereinbart.

Den Channel Managern sollte nach Wrabetz' Plänen die TV-Information zugeteilt werden – und unter ihnen aufgeteilt. In einem zweiten Schritt vertagt Wrabetz nun auch die Einrichtung von Channel Managern auf nach der Nationalratswahl. Argument wohl: Ohne neue und zugeordnete Strukturen und wesentliche Teile des Personal würde die Besetzung von Channel Managern vorweg wenig Sinn ergeben.

Channel Manager und die Neuausrichtung insbesondere von ORF 1 mit weniger Kaufserien und -filmen blieben aber auf der Agenda, hieß es im ORF. Mit der Verschiebung auch der Channel Manager hält sich Wrabetz wohl auch personellen Spielraum unter einer neuen Bundesregierung. "Das dicke Ende kommt noch", beschrieb ein maßgeblicher ORF-Journalist die Perspektive.

Endabstimmung der Organisation

Auf STANDARD-Anfrage ließ der ORF dazu am Mittwochnachmittag verlauten: "Derzeit findet die Endabstimmung der Organisationsanweisung statt. Der Zeitplan für die Ausschreibung ist in Überlegung."

Vorige Woche soll ORF-General Wrabetz noch die Auschreibung der Channel Manager für diese Woche angekündigt haben. Noch steht allerdings ein Termin mit dem Fernsehbetriebsrat aus, mit dem der General die Organisationsanweisung für die Channel-Struktur abklären sollte. Nach unbestätigten STANDARD-Infos soll dieser Termin mit den Belegschaftsvertretern erst Ende dieser Woche geplant sein.

Als Channel Manager waren bisher wie vielfach berichtet Lisa Totzauer (ORF 1) und Roland Brunhofer (ORF 2) vorgesehen. Brunhofers kolportierte Vorstellungen über Personal- und Budgetkompetenzen soll der bisherige Entwurf für die Organisationsanweisung nicht umsetzen. (red, 17.5.2017)