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Enorme Beißkraft: T. rex pulverisierte die Knochen seiner Beute

17. Mai 2017, 15:52

US-Paläontologen errechnen mit neuer Methode den Druck, den die Zähne des kreidezeitlichen Top-Räubers ausübten.

Tallahassee – Dass Tyrannosaurus rex sein mächtiges Gebiss mit großer Kraft einzusetzen wusste, ist mittlerweile unbestritten. Die genauen Werte allerdings sind weiterhin Gegenstand von Diskussionen. Der Trend der letzten Jahre weist jedoch nach oben, mit jeder neuen Studie schnappt der kreidezeitliche Top-Räuber scheinbar kräftiger zu. 2012 haben zwei britische Wissenschafter auf Basis von computergestützten Modellanalysen eine Beißkraft pro Backenzahn von bis zu 5,7 Tonnen oder 57.000 Newton errechnet. Zuvor hatte man noch 3,1 Tonnen angenommen.

Eine aktuelle Studie kommt zunächst zwar zu etwas konservativeren Ergebnissen, gesteht dem Gebiss des T. rex aber immer noch genug Kraft zu, um Knochen regelrecht zu pulversieren. Ein Team um Gregory M. Erickson (Florida State University) und Paul Gignac (Oklahoma State University) entwickelte dafür ein 3-D-Modell auf Grundlage der Muskeln von Krokodilen und von Vögeln, den lebenden Nachfahren der Dinosaurier.

Robuste Zähne

Die Untersuchungen ergaben, dass die Zähne von T. rex nicht nur mit einer Wucht von mindestens 35.000 Newton auf ihre Opfer nieder donnerten, sie bauten auch einen besonders hohen Druck auf. Weil die kegelförmigen Reißzähne des T. rex sehr robust waren, konnten sie einen Druck von mehr als 30 Tonnen pro Quadratzentimeter ausüben, schreiben die Wissenschafter im Fachjournal "Scientific Reports". Dies entspricht dem 28-fachen Druck, der am Grunde des Marianengrabens herrscht.

Diese Beißkraft, die ihn von den meisten räuberischen Dinosauriern unterscheidet, nutze der Raubsaurier, um die Knochen seiner Opfer zu zermalmen. "Es war diese Knochen-zerschmetternde Fähigkeit, die T. rex dabei half, die Gerippe von großen gehörnten Dinosauriern und Schnabelsauriern ganz und gar auszuschlachten", erklärt Gignac. Auf diese Weise wäre T. rex auch an die wertvollen Mineral-Salze und das Knochenmark gelangt. (red, 17.5.2017)