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General Motors stoppt den Verkauf in Indien

18. Mai 2017, 11:49

Jährliche Einsparungen von bis zu 100 Millionen Dollar erwartet, 400 Jobs sind betroffen

Detroit – General Motors (GM) treibt seine Schlankheitskur mit dem Rückzug aus dem indischen Markt und der Veräußerung seines Südafrika-Geschäfts voran. In Indien werde der schleppende Pkw-Verkauf nach rund zwei Jahrzehnten Ende 2017 eingestellt, teilte der größte US-Autobauer am Donnerstag mit. Davon seien rund 400 Jobs betroffen. In dem Werk in Talegaon werde künftig nur noch für den Export produziert, an dem Entwicklungszentrum in Bangalore werde festgehalten. Zugleich stoppt der Konzern den Autobau in Südafrika und verkauft seine dortige Chevrolet-Fabrik an den japanischen Hersteller Isuzu. Zudem würden Stellen in der Zentrale für das internationale Geschäft in Singapur gestrichen, wo derzeit rund 200 Menschen arbeiten.

Mit dem Umbau will GM jährlich rund 100 Millionen Dollar einsparen, in einem Bereich, der 2016 einen Verlust von rund 800 Millionen Dollar eingefahren hat. Zunächst fallen aber Restrukturierungskosten von einer halben Milliarde Dollar an. Das Unternehmen kam in Indien zuletzt auf einen Pkw-Marktanteil von weniger als ein Prozent. In Indien und Südafrika verkaufte der Konzern 2016 zusammen lediglich 46.000 Autos. GM hatte sich zuletzt vermehrt aus unrentablen Märkten zurückgezogen, um sich auf florierende Geschäfte etwa in China und Nordamerika zu konzentrieren. Im Zuge dessen vereinbarte GM auch den Verkauf seiner Europa-Sparte um die deutsche Tochter Opel an Peugeot. (Reuters, 18.5.2017)