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Jobroboter des AMS verlinkte auf Callgirl-Stelle und Erotikfilme

18. Mai 2017, 15:30

Laut AMS überprüfe die EDV-Abteilung, wie die unerwünschten Anzeigen ins System gelangen konnten

Arbeitssuchende staunten dieser Tage nicht schlecht, als ihnen beim Jobroboter des AMS plötzlich Stellen als Callgirl oder Darsteller in Erotikfilmen angezeigt wurden. Klar ist, dass es sich um einen Fehler handelt. Unklar ist hingegen, wie dieser passiert ist. Das prüft die EDV-Abteilung des AMS momentan, heißt es auf Anfrage des STANDARD. Gesucht wurden etwa Stellen beim "Austria Escort Service", dort auch als "Betriebswirt". Ein entsprechendes Angebot war auf der Webseite selbst jedoch nicht vorhanden. Eine STANDARD-Leserin berichtet auch von "dubiosen" Seminaren, die auf der Seite verlinkt wurden.

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"Fremdinhalte"

Das AMS weist darauf hin, dass es sich beim Jobroboter um "Webinhalte von Fremdanbietern handelt". Ein Suchalgorithmus durchforscht heimische Seiten nach Schlüsselworten, um Stellenangebote im Netz zu finden. Diese werden dann auf der Jobroboter-Seite des AMS angezeigt. Es gibt mehrere Varianten, wie die zweifelhaften Anzeigen dorthin gelangen konnten. So könnte es sich um einen simplen Fehler des Algorithmus handeln. Dieser könnte von einigen Anbietern jedoch auch absichtlich ausgetrickst werden.

"Jemand eingedrungen"

Zuletzt könnte es auch sein, dass "jemand bei uns eingedrungen ist", wie das AMS angibt. Callgirl-Stellen vermittle das Arbeitsmarktservice jedenfalls nicht. "Das ist auch ein selbstständiges Gewerbe", sagt das AMS. (fsc, 18.5.2017)