Abwärtskompatibilität von Konsolen: Viel Lärm um nichts?

7. Juni 2017, 12:21

Xbox-One-Zahlen unterstützen umstrittene Aussage von Sonys Verkaufschef

Mit jeder neuen Konsolengeneration kommt die Frage auf: Werden alte Spiele von dem neuen System ebenfalls unterstützt? Die Antwort war in der jüngeren Geschichte oftmals nein. Bei der PS3 sparte Sony das Feature bereits nach 12 Monaten ein, Microsoft ließ mit der Xbox 360 die Xbox zurück und auch PS4 und Nintendo Switch ermöglichen keine direkte Kompatibilität mit ihren Vorgängersystemen. Einzig Microsoft unterstützt mittels aufwendiger Emulation X360-Games auf der Xbox One.

Dass Sony als Marktführer nicht gleichzieht scheint einer aktuellen Aussage des globalen Verkaufschefs Jim Ryan nicht nur technische Gründe haben. "Was Abwärtskompatibilität betrifft, kann ich sagen, dass es eines dieser viel nachgefragten, aber tatsächlich kaum genutzten Features ist", sagt Ryan in einem Interview mit Time.

Kaum genützt, aber gut zu haben

Die Seite Ars Technica ist dieser Aussage nun auf die Spur gegangen und hat die Nutzungsdaten der Xbox One ausgewertet, um zu prüfen, wie häufig tatsächlich Xbox-360-Spiele auf der aktuellen Konsole genutzt werden. Das Ergebnis: Bei 930.000 untersuchten Xbox-One-Nutzern auf Xbox Live wurde in den vergangenen sechs Monaten entfielen nur 1,5 Prozent der Nutzungszeit auf die mehr als 300 abwärtskompatiblen Xbox-360-Spiele.

Wie Ars Technica anmerkt, dürften die Berechnungen damit Ryans Aussage untermauern. Allerdings sei das gewiss nur eine Seite der Medaille: Denn während offenbar nur sehr wenige Spieler von Abwärtskompatibilität Gebrauch machen, hat das Feature einen positiven Effekt auf die Gewissheit der Kunden, ihre alten Spiele auch noch in Zukunft nutzen zu können. Also theoretisch zumindest. (zw, 7.6.2017)