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Jugendliche: Abendliche Kohlenhydrate fördern Diabetes

14. Juni 2017, 10:37

Auf die Tageszeit kommt es an: Jugendliche, die abends vermehrt Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index essen, haben später ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes

Jugendliche, die abends regelmäßig mehr Kohlenhydrate mit einem hohen glykämischen Index zu sich nehmen, haben im jungen Erwachsenenalter höhere Risikomarker für einen Typ-2-Diabetes, das zeigt eine Studie der Universität Bonn, die nun in der Zeitschrift "Nutrients" veröffentlicht wurde.

"Die Spiegel vieler Hormone unterliegen einem 24-Stundenrhythmus, der durch die menschliche 'Innere Uhr' gesteuert wird. Zum Beispiel sind wir abends weniger insulinsensitiv, das heißt unsere Stoffwechselantwort auf die Nahrung – vor allem Kohlenhydrate – ist abends geringer als morgens", erklärt Anette Buyken vom Institut für Ernährung, Konsum und Gesundheit der Universität Paderborn, die als Initiatorin an der Studie beteiligt war.

Während der Pubertät komme eine natürlicherweise verminderte Insulinsensitivität hinzu. Studien an Erwachsenen zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Kohlenhydraten, die den Blutzucker stark ansteigen lassen – also Kohlenhydrate, die einen hohen "glykämischen Index" (GI) haben – die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes begünstigen. Daher wurde in der DONALD-Studie (Dortmund Nutritional and Anthropometric Longitudinally Designed Study) jetzt bei Jugendlichen untersucht, ob langfristig ein abendlich höherer Konsum von Kohlenhydraten mit höherem GI ungünstig für spätere Typ-2-Diabetesrisikomarker ist.

Höherer Fettleberindex

In die Studie eingeschlossen wurden 252 DONALD-Probanden, die während der Pubertät mehrfach ein Drei-Tage-Wiege-Ernährungs-Protokoll geführt hatten und im jungen Erwachsenenalter erneut untersucht wurden. Die Analyse der Daten zeigte, dass Jugendliche, die im Alter von neun bis 16 Jahren abends regelmäßig reichlich Kohlenhydrate mit höherem GI verzehrten, im jungen Erwachsenalter (durchschnittliches Alter: 21 Jahre) insulinresistenter waren und einen höheren Fettleberindex (je höher der Index, desto eher liegt eine Fettleber vor) hatten als diejenigen, die abends moderate Mengen an Kohlenhydraten mit höherem GI verzehrten.

"Interessant ist, dass sich beide Zusammenhänge für den abendlichen, aber nicht für den morgendlichen Verzehr zeigen", sagt Erstautorin Tanja Diederichs. "Für die langfristige Diabetesprävention ist es daher vermutlich entscheidend, abends auf große Kohlenhydratportionen mit höherem GI zu verzichten. Das bedeutet, Lebensmittel wie zum Beispiel Weißbrot, Instant-Kartoffelpüree oder klebrigen weißen Reis eher zu meiden", fügt Buyken hinzu. (red, idw, 14.6.2017)