Screenshot: red

Sexismus-Kritik: AKW Temelin suchte auf Facebook Praktikantinnen im Bikini

23. Juni 2017, 12:11

Update: Nach Kritik wurde der Bewerb eingestellt, das Unternehmen entschuldigte sich

Der Betreiber des tschechischen Atomkraftwerks Temelin, die ČEZ Group, hat auf Facebook einen Bewerb gepostet, bei dem Frauen ein Praktikum im Kernkraftwerk gewinnen konnten. Was zunächst wie der Versuch klingt, mehr Frauen für technische Berufe zu interessieren, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Spektakel, der sich nun Sexismus-Vorwürfe gefallen lassen muss. Denn zur Wahl wurden Fotos von Maturantinnen im Bikini gestellt. Inzwischen ist das Unternehmen zurückgerudert.

Frau mit den meisten Likes gewinnt

Dabei handelte es sich um einen Wettbewerb von "Maturantka Roku", als Gewinn winkte ein zweiwöchiges Praktikum im Kernkraftwerk, wie es im Posting heißt. Dieses sollte an jene Frau mit den meisten Likes gehen, wie auf der Facebookseite "Infocentrum JE Temelín" zu lesen ist, die von der ČEZ Group geführt wird. Die Frauen posierten im Bikini in einem Kühlturm.

Der Bewerb sorgt für Aufregung. Der Beitrag erhielt über 980 Reaktionen – über 360 davon sind negativ – und hunderte Kommentare. Lisa Radda von der "Huffington Post" kritisiert, dass das Aussehen nicht Kriterium für eine Praktikumsstelle in einem Kernkraftwerk sein könne.

Unternehmen entschuldigt sich für Wettbewerb

Nach der Kritik hat die ČEZ Group auf Facebook reagiert und sich entschuldigt. "Wir wollten mit dem Wettbewerb niemanden beleidigen. Der Zweck der Teilnahme war es, die technische Ausbildung zu unterstützen." Pressesprecher Martin Schreier erklärt auf Anfrage des STANDARD, dass der Wettbewerb nicht von ČEZ organisiert wurde. Gewählt werden sollte das schönste Mädchen, das dann "eine Exkursion" ins AKW gewinnen sollte. Inzwischen wurde die Abstimmung jedoch gestoppt und das Unternehmen hat sich dafür entschuldigt. (red, 23.6.2017)

Update: Hintergrund des Wettbewerbs und Stellungnahme der ČEZ Group ergänzt.

Links

ČEZ Group

Infocentrum JE Temelín

"Huffington Post