Papst ruft zu gleichem Lohn für Frauen und Männer auf

Appell für mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt: "Frauen verdienen weniger und sind leichter auszubeuten"

Vatikanstadt – Der Papst hat bei der Generalaudienz am Mittwoch zu mehr Gerechtigkeit in der Arbeitswelt aufgerufen. In einer Rede vor VertreterInnen des italienischen Gewerkschaftsbundes (CISL) im Vatikan forderte Franziskus eine Neuausrichtung in der Arbeitswelt, gleiche Löhne für Frauen und Männer und entschiedenere Maßnahmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit.

"Frauen verdienen weniger und sind leichter auszubeuten. Tut etwas dagegen!", forderte der Papst in seiner Ansprache an die italienischen GewerkschafterInnen. Er rief zur Schaffung von Arbeitsplätzen für junge Menschen auf und wandte sich gegen eine Verlängerung der Beschäftigung für ältere Menschen. Eine Gesellschaft, in der Alte "zu lange" arbeiteten und "eine ganze Generation junger Leute" nicht in den Arbeitsmarkt käme, sei "töricht und kurzsichtig", kritisierte er laut Radio Vatikan. Firmen, die auf den Beitrag junger Arbeitnehmer verzichteten, fehlten "Energie" und "Begeisterung", "Innovation" und "Lebenslust", so Franziskus, der strukturelle Veränderungen im Bereich der Arbeit verlangte.

"Es ist also ein neuer menschlicher, sozialer Pakt notwendig, ein neuer Gesellschaftsvertrag für die Arbeitswelt, der die Arbeitsstunden derjenigen reduziert, die im letzten Abschnitt ihrer Arbeitslaufbahn sind, um Arbeit für die Jüngeren zu schaffen, die das Recht und die Pflicht haben zu arbeiten", so der Papst. (APA, 29.6.2017)

Mehr zum Thema Arbeitswelten