Ständige Erreichbarkeit: Ein Drittel sieht Belastung

Laut aktueller Umfrage sieht nur ein Fünftel der Arbeitnehmer die zunehmende mobile Erreichbarkeit als Bereicherung

Ständige Erreichbarkeit: Bereicherung oder Belastung? Diese Frage wird von den meisten mit weder-noch beantwortet. Besonders ältere Arbeitnehmer sehen allerdings Nachteile. Obwohl es keine Pflicht gibt im Urlaub erreichbar zu sein, erwarten dies schon viele Arbeitgeber.

Seit man seine Arbeit in Form eines Smartphones eigentlich bis mit ins Bett nehmen kann, ist vieles möglich geworden: Bei Problemen kann man Kollegen oder Vorgesetzte schneller erreichen, Infos sind immer zur Hand und wenn man keine Zeit mehr hatte für die Beantwortung der vielen Mails, geht das auch Zuhause auf der Couch. Eine Vielzahl an Arbeitnehmern sieht in diesen Änderungen aber keine Bereicherung, sondern eine Belastung.

Unterschiede beim Alter

Das Jobportal Xing hat hierzu eine Umfrage beauftragt (durchgeführt wurde sie von Marketagent.com): Knapp 34 Prozent sehen demnach in der mobilen Erreichbarkeit eine Belastung, 44 Prozent erkennen Vor- und Nachteile gleichermaßen und etwa ein Fünftel (23 Prozent) sieht die zunehmende Erreichbarkeit und dadurch größere Flexibilität als Bereicherung. Befragt wurden 1.002 Erwerbstätige zwischen 18 und 65 Jahren. Recht groß sind die Unterschiede beim Alter: Unter den 18- bis 24-Jährigen ist jeder Dritte der zunehmenden Erreichbarkeit gegenüber positiv eingestellt. In der Generation 50 und älter empfinden nur 20 Prozent Prozent so. Keine großen Unterschiede gibt es, wenn man sich die Ergebnisse getrennt nach Geschlechtern ansieht (24 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer sehen eine Bereicherung).

Erreichbarkeit im Urlaub

Auch in Urlaubszeiten fällt es heimischen Arbeitnehmern laut verschiedener Umfragen zunehmend schwer, abzuschalten. Viele bleiben auch während der freien Tage erreichbar. Verlangt werden kann das arbeitsrechtlich zwar nicht: "Der Urlaub dient Erholungszwecken. Der Mitarbeiter kann nicht rechtens dazu verpflichtet werden, regelmäßig seine Mails zu checken oder telefonisch erreichbar zu sein", sagt Arbeitsrechtsexperte Jens Winter. Am besten sei es also, Mobiltelefon und Notebook zu Hause zu lassen und rechtzeitig vor dem Urlaub klare Absprachen zu halten. Allerdings: Viele Arbeitgeber erwarten bereits eine Verfügbarkeit ihrer Mitarbeiter außerhalb der regulären Arbeitszeiten. (lhag, 29.6.2017)

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