Führungskräfte: Mehr Grundgehalt und Potenzial bei Boni

Die Grundgehälter der Führungskräfte steigen um die drei Prozent weiter, erhebt Kienbaum und stellt auch bei Einstiegsgehältern Positives in Aussicht

Dort, wo Diskussionen um Mindestlohn und Kollektivvertrag nicht relevant sind, geht es real stetig bergauf mit der Gage. Jungakademiker dürfen sich auch freuen – Kienbaum erkennt ein sehr deutliches Plus.

foto: corn

Die Unternehmen haben die Grundgehälter ihrer Manager im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 2,7 Prozent angehoben, ergab eine aktuelle Studie der Personal- und Managementberatung Kienbaum in Wien. Die Topmanager streichen drei Prozent ein, die Führungskräfte auf der untersten Ebene 2,5 Prozent. Die Grundgehälter ihrer Spezialisten haben die österreichischen Unternehmen binnen Jahresfrist demnach um durchschnittlich 2,8 Prozent erhöht. Es wurden die Gehaltsdaten von 2.600 Führungskräften aus 257 Unternehmen und von 2.360 Spezialisten aus 108 Firmen in Österreich analysiert.

Angenehmes für die Boni

Was das in Zahlen heißt, hat vor wenigen Wochen das Wirtschaftsforum der Führungskräfte erhoben: Demnach lag das Jahres-Gesamteinkommen der Chefs (erste Führungsebene) voriges Jahr im Schnitt bei 196.900 Euro brutto. Für die zweite und dritte Führungsebene (zusammengefasst) gab es ein Jahressalär von im Schnitt 126.000 Euro. Im Jahr davor waren es für Manager ganz oben im Schnitt 197.300 Euro brutto und für die zweite und dritte Ebene 113.400 Euro. Für die Statistik 2015 wurden 526 Manager und Managerinnen befragt, für 2016 nahmen 559 an der Umfrage teil.

44 Prozent der von Kienbaum befragten Firmen erwartet für dieses Jahr eine steigende oder sogar stark steigende Profitabilität; 47 Prozent gehen immerhin von in etwa gleich bleibenden Zahlen aus. Das verheißt Angenehmes für den Bonus: Heuer erhalten 94 Prozent aller Topmanager in Österreich eine variable Vergütung. Im Topmanagement liegt der Anteil der variablen Vergütung seit Jahren bei rund einem Viertel des Gesamtsalärs, im Mittelmanagement sind es 15 Prozent, und Teamleiter beziehen so im Schnitt neun Prozent ihres Gehalts. Das WDF beziffert die Beträge so: In der ersten Ebene sind durchschnittlich 50.300 Euro variabel, auf zweiter und dritter Ebene sind es durchschnittlich 23.800 Euro. Viel Nachhaltigkeit ist in die Kennzahlen offenbar nicht eingezogen: 41 Prozent der Firmen bemessen die Höhe anhand von Gewinngrößen. 23 Prozent ziehen dazu Umsatzgrößen heran, 20 Prozent setzen auf qualitative Bezugsgrößen, und nur 13 Prozent machen die Höhe des Bonus von der individuellen Leistung der Führungskraft abhängig.

Gute Nachrichten für Jungakademiker

"Die Treffsicherheit der variablen Vergütungskomponenten im Sinne von Motivation und Leistungsanreizen sollte in Zukunft ein wesentlicher Schwerpunkt in der Gestaltung innovativer Vergütungssysteme sein", merkt Kienbaum-Gehaltsexperte Alfred Berger dazu an. Zudem sieht er das "Potenzial an Zusatzleistungen" längst noch nicht ausgeschöpft, wenn es um die Arbeitgeberattraktivität und den sogenannten "War for Talents" geht.

Gute Nachrichten gibt es laut den Experten von Kienbaum für Jobeinsteiger: Die Einstiegsgehälter für Akademiker stiegen über dem österreichischen Durchschnitt, nur Juristen stagnierten. Die Naturwissenschafter können sich über einen Anstieg von an die acht Prozent freuen. Die Vergütung von Technikern/Informatikern liegt dabei mit 43.800 Euro pro Jahr immer noch am höchsten und die der Betriebswirte mit jährlich 40.600 Euro brutto am niedrigsten. Ohne akademische Ausbildung ist der Kollektivvertrag noch immer die Latte für den Einstieg. (kbau, lhag, 3.7.2017)

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