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"Ökomafia" macht in Italien Geschäfte in Milliardenhöhe

3. Juli 2017, 14:30

Allein im Vorjahr wurden 25.889 Umweltdelikte festgestellt – Besonders der Süden ist betroffen

Rom – Mafiaartige Organisationen machen in Italien mit der illegalen Entsorgung gefährlicher Abfälle und Gifte enorme Umsätze. 13 Milliarden Euro erwirtschaftete die sogenannte "Ökomafia" 2016 unter anderem mit der illegalen Müllentsorgung – immerhin 32 Prozent weniger als 2015, geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht des Umweltschutzverbands Legambiente hervor.

25.889 Umweltdelikte wurden im vergangenen Jahr festgestellt, das sind 71 pro Tag. Dabei kam es zu einem Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zu 2015. 28.818 Personen wurden angezeigt, 225 verhaftet. Wegen Delikten gegen die Umwelt kam es zu 7.277 Konfiszierungen. Die meisten davon wurden in den süditalienischen Regionen Kampanien, Kalabrien und Sizilien registriert, in denen die Mafia am stärksten vertreten ist.

Giftmüll als harmloser Anfall verpackt

Gefährliche Substanzen und Rückstände aus chemischer Verarbeitung würden von mafiösen Organisationen als harmloser Abfall verpackt und im Auftrag von Unternehmen auf öffentlichen Deponien oder in Verbrennungsöfen entsorgt, erklärte Legambiente. Mafia-Clans mischen in diesem illegalen Geschäft mit. (APA, 3.7.2017)