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Chefs: Angst nehmen statt Angst machen

13. Juli 2017, 10:50

Ein wöchentlicher Blick auf das, was in der Arbeitswelt schief läuft

"Ihr seid eine große Angstvernichtungsmaschine", sagte Organisationsberater Martin Guwak in seiner Laudatio zum 25. Geburtstag des Gleichstellungsvereins ABZ Austria.

Das ist jetzt der zentrale Imperativ für Führungskräfte auch in ihrer gesellschaftlichen Verantwortung: Angst nehmen, entängstigen, und so denk- und handlungsfähig machen. Solcherart die eingeengten Blicke weiten und die Türen aus den Angstgefängnissen aufreißen. Ja, vielleicht gefährdet das manche Chefs in der organisationalen Führungsrolle, wenn das Angstregime endet – aber eigentlich nur dann, wenn diese Rolle gespielt ist und mit rein funktionaler Macht gehalten.

Was kann aus einer möglichst angstfreien Belegschaft werden? Ein gesundes Miteinander. Eine Fehlerkultur, die Innovationen ermöglicht. Ein oszillierender Pool an kreativen Ideen, selbstverantwortlich agierende Menschen, die über den eigenen Silo für ein gemeinsames Ganzes hinausdenken und -arbeiten. Leute, die auf ihr Potenzial zurückgreifen können und es dort einsetzen, wo sie Lohn sehen: im Sinn, der nicht nur dem Angst-Ego von Vorgesetzten dient. (kbau, 13.7.2017)