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EU-Bevölkerung wuchs im Vorjahr um 0,3 Prozent

10. Juli 2017, 13:48

Die 28 EU-Staaten hatten zu Jahresbeginn 511,8 Millionen Einwohner – Natürliche Bevölkerungsveränderung leicht negativ, Plus bei der Wanderungsbilanz

Wien/Luxemburg – Die Bevölkerung der Europäischen Union ist zum 1. Jänner 2017 auf 511,8 Millionen Menschen angewachsen. Gegenüber den 510,3 Millionen am 1. Jänner 2016 entspricht das einem Anstieg von knapp 0,3 Prozent. Das geht aus einer Schätzung hervor, die das EU-Statistikamt Eurostat am Montag anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Weltbevölkerungstags am 11. Juli veröffentlichte.

In 18 Mitgliedsstaaten nahm die Bevölkerung zu, in zehn ging sie zurück. Die größten Zuwächse verzeichneten in absoluten Zahlen Deutschland (plus 624.316 Personen), Großbritannien (plus 426.017) und Frankreich (plus 264.509). Die größten Zuwächse in Prozent des bisherigen Bevölkerungsstands wurden in Luxemburg (plus 1,98 Prozent), Schweden (plus 1,45) und Malta (plus 1,38) gemessen.

Österreich liegt mit einem Zuwachs von 82.789 Personen in der absoluten Reihung an siebenter und mit einem prozentuellen Anstieg von 0,95 Prozent an fünfter Stelle.

Die größten Verluste meldeten die nationalen Statistikbüros von Rumänien (minus 122.005 Personen), Italien (76.106) und Bulgarien (minus 51.925). Die deutlichsten prozentuellen Rückgänge gab es in Litauen (minus 1,42 Prozent), Lettland (minus 0,96) und Kroatien (minus 0,87).

An der Reihung der EU-Staaten nach der Zahl ihrer Bewohner änderte sich nichts. Deutschland ist mit nunmehr rund 82,8 Millionen Einwohnern weiterhin der bevölkerungsreichste Mitgliedsstaat, dahinter folgen Frankreich mit 67 Millionen und Großbritannien mit 65,8 Millionen. Die drei kleinsten EU-Staaten bleiben Malta mit 440.400, Luxemburg mit 590.700 und Zypern mit 854.800 Einwohnern. Österreich hält bei 8,77 Millionen.

Nahezu ausgeglichene Geburtenbilanz

5,11 Millionen Kinder wurden 2016 in der EU geboren (11.000 mehr als 2015), und 5,13 Millionen Menschen starben (91.000 weniger als 2015). Die natürliche Bevölkerungsveränderung lag demnach EU-weit bei minus 0,3 Prozent und war damit nach 2015 zum zweiten Mal in der Geschichte negativ.

Die höchsten Bruttogeburtenziffern wurden in Irland (1,35 je 100 Einwohner), Schweden und Großbritannien (je 1,18 je 100 Einwohner) registriert. Die in Relation zur jeweiligen Population wenigsten Kinder kamen in Italien (0,78 je 100 Einwohner), Portugal (0,84 je 100) und Griechenland (0,85 je 100) zur Welt.

In Irland wurden im Vorjahr nicht nur die meisten Geburten verzeichnet, sondern auch die wenigsten Sterbefälle. Mit 0,64 Todesfällen je 100 Einwohner liegt der Inselstaat gleichauf mit Zypern, dahinter folgt Luxemburg (0,68 je 100). Die höchsten Bruttosterbeziffern gab es in Bulgarien (1,51 je 100), Lettland (1,46 je 100) und Litauen (1,43 je 100).

Bulgarien mit den größten Verlusten

Die natürliche Bevölkerungsbewegung (Geburten minus Sterbefälle) war folglich in Irland (plus 0,71 Prozent) am stärksten, Zypern (plus 0,47) und Luxemburg (plus 0,36) folgen. Die höchsten Negativwerte wurden in dieser Kategorie in Bulgarien (minus 0,6 Prozent), Litauen (minus 0,37) und Rumänien (minus 0,35) erfasst.

In Österreich betrug der Saldo plus 0,8 Prozent (zusammengesetzt aus 1,00 Geburten und 0,92 Sterbefällen je 100 Einwohner).

Aufgrund der nahezu ausgeglichenen Geburtenbilanz geht der Bevölkerungszuwachs in der Europäischen Union von 1,5 Millionen Menschen somit fast ausschließlich auf Außenmigration zurück. Details dazu gab Eurostat am Montag wegen der noch nicht aus allen nationalen Migrationsbehörden übermittelten Daten für das Jahr 2016 nicht bekannt. (Michael Matzenberger, 10.7.2017)