Trumps Russland-Kontakte: Wie der Vater, so der Sohn

Kommentar |
11. Juli 2017, 13:36

Dem Wahlsieg von Trump dem Älteren wurde alles untergeordnet

War es Ahnungslosigkeit, Dummheit oder Unverfrorenheit? Jedenfalls hatte Donald Trump Jr. kein Problem damit, eine russische (!) Informantin zu treffen, die ihm belastendes Material über Hillary Clinton, die Kontrahentin seines Vaters im US-Wahlkampf 2016, versprach. Doch dass allein schon eine solche Kontaktaufnahme fragwürdig ist und mit Sicherheit an den Grenzen der Legalität entlangschrammt, das kümmerte "Don Junior" nicht. Ihn interessierte allein der Wahlsieg von Donald Trump dem Älteren – auch um den Preis, sich den Russen auszuliefern. Diesem Diktat wurde alles untergeordnet.

Dass sich Trump der Jüngere so wie sein Vater für unangreifbar halten dürfte, zeigen seine Statements zu den Enthüllungen von "New York Times" und "Washington Post". Er bestätigte ein Treffen mit der Anwältin Natalja Weselnitzkaja und räumte überraschend offen ein, dass die Informationen für die Trump-Kampagne wertlos gewesen seien.

Dass nun mehrere US-Senatoren, auch Republikaner, eine Anhörung des Trump-Sohns vor dem Geheimdienstausschuss verlangen, sollte im Weißen Haus die Alarmglocken schrillen lassen. Denn das Gesetz gilt auch für einen Trump – egal ob Senior oder Junior. Und bisher haben die demokratischen Kontrollinstanzen der USA trotz aller Mängel meist zuverlässig funktioniert. 1974 sorgten sie sogar dafür, dass ein Präsident selbst zurücktrat, bevor er des Amtes enthoben wurde: Richard Nixon. (Gianluca Wallisch, 11.7.2017)

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