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Peter Pilz und der politische Islam

Kommentar |
14. Juli 2017, 17:18

Pilz hat da zwei Feinde der Heimat ausgemacht, die er gleich bewertet

Was sind die Ziele von Peter Pilz? "Der Schutz unserer Heimat Europa und unserer Heimat Österreich", sagte er in seiner Scheidungspressekonferenz vor dem Parlament. Also, er meint wahrscheinlich "Heimat" nicht im Sinne der FPÖ.

Pilz hat da zwei Feinde der Heimat ausgemacht, die er gleich bewertet: einerseits "die nationalistische Rechte", aber genauso "jede Spielart des politischen Islam". Wobei er hinzufügte, seine alte Partei, die Grünen, wäre da auf einem Auge blind.

Davon abgesehen: Wie gefährlich ist der "politische Islam" in Österreich? Es gibt Austro-Jihadisten, die in den Heiligen Krieg gezogen, zurückgekehrt und wohl als "Gefährder" einzustufen sind. Das wäre Terrorismus. Mindestens so gefährlich ist der von fremden Staaten gesponserte politische Islam, der auf Einfluss in Europa abzielt. Das wären etwa die Aktivitäten der Saudis, die in Bosnien immens viel Geld investieren, was teilweise auch auf die bosnische Community hierzulande abstrahlt. Und da wäre vor allem das dichte Netz des türkischen Erdogan-Regimes zu nennen, das über Vereine (UETD, Atib und wohl auch Islamische Föderation) einen Informations- und Beeinflussungsapparat aufgezogen hat.

Das ist langfristig das Bedrohlichere, weil es darauf hinarbeitet, dass die Mitglieder der türkischen Community Österreich nie ganz als "Heimat" begreifen. Hier wartet viel Arbeit, nicht nur für Pilz. (Hans Rauscher, 14.7.2017)

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