Bundesheer kooperiert mit der AUVA

22. Juli 2017, 19:36

Austausch zwischen Unfallkrankenhäusern und Heeresspital – Kooperation betrifft medizinische Leistungen und Ausbildung

Wien – Das Österreichische Bundesheer geht mit der Unfallversicherung AUVA und den ihr gehörenden Unfallkrankenhäusern eine Kooperation ein. Einerseits geht es um Wissensaustausch und Kompetenzstärkung der Mediziner des Militärischen Gesundheitswesens sowie um die Ausbildung von neuen Militärärzten, andererseits sollen Bundesheer-Soldaten vermehrt auch in den AUVA-Krankenhäusern behandelt werden.

"Wir merken zusehends, dass ein Kompetenzverlust stattfindet und wollen uns daher öffnen", sagte Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) bei der Vorstellung der beabsichtigten Kooperation im UKH Meidling in Wien. Mit der AUVA habe man einen sehr kompetenten Partner gefunden. "Für mich ist das ein erster Schritt", so Doskozil. "Wir nutzen die Kooperation, um am Stand zu bleiben, um laufend Praxis zu erfahren, damit wir unsere Fähigkeiten erhalten."

"Wir haben wirklich eine sehr leistungsfähige Infrastruktur, wir haben auch die größte Kapazität was die Akutversorgung von Unfällen betrifft und sind in dieser Funktion daher ein natürlicher Partner des Österreichischen Bundesheeres", sagte AUVA-Obmann Anton Ofner.

Im Zuge der Kooperation sollen für Militärangehörige und Ministeriumsmitarbeiter Leistungen der AUVA erbracht werden, etwa sollen erforderliche Untersuchungen von Stellungspflichtigen in Hinkunft auch von der AUVA durchgeführt werden. Weiters ist beabsichtigt, dass Grundwehrdiener und Soldaten im Ausbildungsdienst medizinische Leistungen für den gesamten Bereich des Bewegungsapparates über die AUVA in Anspruch nehmen können.

Beamten und Vertragsbediensteten des Verteidigungsministeriums soll unter bestimmten Voraussetzungen der Zugang zu medizinischen und diagnostischen Leistungen der AUVA (insbesondere Röntgen, CT, MRT) ermöglicht werden. Für die durchschnittlich 1.100 Soldaten im Auslandseinsatz sei zudem eine intensive Zusammenarbeit bei der Akutversorgung sowie im Falle einer erforderlichen Nachbehandlung nach der Beendigung des Auslandseinsatzes geplant.

Im Zuge der Kooperation sollen auch angehende Heeres-Mediziner gefördert werden. Die Grundausbildung werde beim Heer absolviert, das Medizinstudium erfolge dann an der Paracelsus Medizinische Privatuniversität auf Studienplätzen, die vom Ministerium zur Verfügung gestellt werden oder an der Sigmund Freud Privatuniversität (SFU) über Vermittlung durch die AUVA, hieß es. Die anschließende Facharztausbildung finde bei der AUVA unter Kostenbeteiligung des Verteidigungsministeriums in den Unfallkrankenhäusern in Wien statt. Parallel dazu nimmt das Bundesheer ab sofort jährlich mindestens 20 Ärzte mittels Sonderverträgen auf. (APA, 22.7.2017)