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Rummenigges Rüge für Hasenhüttl: "Zynisch, unsolidarisch"

27. Juli 2017, 11:10

Leipzig-Coach kritisierte Bayerns Asien-Trip: "Krass", was Spielern bei Fernreisen zugemutet wird – Bayern-Boss: "Leisten etwas für die Bundesliga-TV-Vermarktung"

München/Singapur – Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge hat Leipzigs Trainer Ralph Hasenhüttl für dessen Äußerungen zu Fernreisen in der Saisonvorbereitung kritisiert. Der österreichische Trainer des Vizemeisters hatte es als "krass" bezeichnet, was den Spielern in Großclubs wie dem FC Bayern oder Borussia Dortmund im Sommer auf Marketingtrips wie nach Asien zugemutet werde.

Er sei "sehr dankbar", dass er davon noch verschont bleibe und sein Team im Trainingslager in Österreich auf die Bundesligasaison und die Champions League vorbereiten könne, betonte Hasenhüttl. Rummenigge reagierte in Singapur am Ende der zwölftägigen Tour des Rekordmeisters verstimmt.

"Ich finde diese Aussage ein Stück zynisch und auch unsolidarisch. Die Clubs, die in Asien waren und auch die, die in Amerika waren, haben etwas pro Bundesliga-TV-Vermarktung geleistet. Und bei den Clubs, die nach wie vor den einfachen Weg wählen und sich in Österreich und der Schweiz vorbereiten, bin ich sehr skeptisch, ob die einen großen Beitrag zum Wohle der Bundesliga damit leisten", begründete der 61-Jährige.

Das Wort Solidarität werde in Deutschland auch im Fußball oft sehr strapaziert: "Dann muss man auch eine gewisse Strapaze auf sich nehmen. Bayern München, Schalke 04, Borussia Dortmund – die großen Clubs der Bundesliga müssen hier als Lokomotive voranfahren."

Die Tour nach China und Singapur bewertete Rummenigge als die beste des FC Bayern überhaupt. "Wir haben alle Ziele komplett erreicht. Großartige Reise, totaler Erfolg, alles wunderbar." Auch finanziell habe man einen Höchstbetrag in diesem Sommer verdient. Dieser soll dem Vernehmen nach an die zehn Millionen Euro heranreichen.

Reaktion

Hasenhüttl reagierte gelassen auf die Aussagen von Rummenigge. "Was an meiner Aussage zynisch sein soll, verstehe ich nicht. Ich wurde als Trainer zu den Belastungen einer Asienreise gefragt. Und ich habe als Trainer geantwortet, dass ich die Belastungen für die Spieler extrem finde. Und ich stehe zu meiner Aussage", sagte der 49-Jährige am Donnerstag.

Der Steirer bekam Rückendeckung von RB-Sportdirektor Ralf Rangnick. "Ich bin überzeugt, dass, wenn man alle 18 Bundesligatrainer fragt, dann hätten alle 18 geantwortet wie unser Trainer", sagte der Deutsche nach dem Abschluss des Trainingslagers in Seefeld in Tirol. (APA, 27.7.2017)