Foto: Reuters/Hilarie Sorensen/NOAA Fisheries

Strände in den USA voller angespülter Feuerwalzen

27. Juli 2017, 18:30

Fremdartige Lebensformen: An der nordamerikanischen Pazifikküste kommt es seit Frühling zum massenhaften Auftreten von Salpen

foto: reuters/hilarie sorensen/noaa fisheries

Wer beim Strandspaziergang auf Gebilde wie diese stößt, wird vielleicht erst auf den zweiten Blick erkennen, dass es sich dabei um Lebewesen handelt – und dann rätseln, welche es wohl sein mögen. Im pazifischen Nordwesten der USA hat man dazu seit Frühling reichlich Gelegenheit, wie "National Geographic" berichtete.

Die einige Zentimeter großen Wesen sind dort in den vergangenen Monaten nämlich in bislang beispiellosen Massen an Land gespült worden, Bilder davon kursieren seitdem eifrig im Netz. Und in lebendem Zustand sind sie nicht minder eindrucksvoll: Durch ihre Biolumineszenz gehören sie zu denjenigen Organismen, die ein sogenanntes Meeresleuchten auslösen können.

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Am ehesten würde man die Tiere, die wie Pfropfen aus Gallerte aussehen, noch für Quallen halten – tatsächlich gehören sie aber zu den Salpen und damit zu den nächsten Verwandten von uns Wirbeltieren. Konkret handelt es sich um Feuerwalzen (Pyrosoma), wie sie auch in den Meeren um Europa vorkommen.

Anders als Wirbeltiere bilden Salpen Kolonien, die durchs Wasser treiben, aber auch zu aktiver Fortbewegung fähig sind. Bei Feuerwalzen haben diese Kolonien die Form von Zylindern oder Glocken und sehen damit Quallen tatsächlich ähnlich.

Solche Kolonien sind wie die hier zu sehenden meist nur einige Zentimeter klein, können aber auch Ausmaße von mehreren Metern erreichen. Sie bestehen aus tausenden Individuen, Zooide genannt. Im Larvenstadium weisen diese im Schwanz eine Chorda dorsalis auf, eine sehr einfache Entsprechung einer Wirbelsäule und Grund ihrer Verwandtschaft mit den Wirbeltieren.

Mehr über das jüngste Massenauftreten von Feuerwalzen finden Sie hier:

--> National Geographic: "Gewaltige Massen merkwürdiger, leuchtender Tiere überfluten den Pazifik"

(jdo, 27. 7. 2017)

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