Turbulenzen bei der FPÖ Burgenland

31. Juli 2017, 18:45

Landesparteichef Tschürtz reagiert auf anonymes Schreiben: Regionalleiterin aus Partei ausgeschlossen, Neustrukturierung nach Gemeinderatswahl geplant

Eisenstadt – Die Landesgeschäftsführerin der FPÖ Burgenland, Petra Wagner, hat Anfang Juli ihre Funktion zurückgelegt, um sich auf die Bezirksarbeit zu konzentrieren. Das teilte Landeshauptmann-Stellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ) am Montag mit. Landesparteisekretär Christian Ries habe interimistisch übernommen.

Tschürtz reagierte damit auf ein anonymes Schreiben, das mit Vorwürfen gegen Wagner und die FPÖ seit der Vorwoche für Aufregung sorgte. Tschürtz gibt sich überzeugt, dass der Verfasser nicht aus dem FPÖ-Vorstand stammt. Wahrscheinlich handle es sich nicht einmal um ein Parteimitglied. Die Vorwürfe befänden sich jedenfalls "unter der Gürtellinie".

Tschürtz: Kein Zusammenhang mit Listenreihung für Wahl

Wagner sei eine "tüchtige Unternehmerin" und würde sich nun politisch auf die Aufgaben als Bezirksparteiobfrau von Jennersdorf und als Bürgermeisterkandidatin in Rudersdorf konzentrieren. Es sei ihr nicht möglich gewesen, alle vier Funktionen auf einmal auszuüben, habe sie in einem Gespräch mitgeteilt.

Der Rückzug habe nichts mit der Listenreihung für die Nationalratswahl zu tun, beteuert Tschürtz. Man habe den Rückzug nicht öffentlich gemacht, da Wagner weiterhin unterstützend zur Seite stehe. Sie befinde sich im Regionalwahlkreis Süd auf Platz zwei und auf der Landesliste auf Platz vier.

Regionalleiterin Süd aus Partei ausgeschlossen

Tschürtz bestätigte auch, dass die Funktionen der Regionalleiter für Nord und Süd unbesetzt sind. Die Regionalmanagerin Süd sei aus der Partei ausgeschlossen worden, laut Tschürtz wegen "parteischädigenden Verhaltens". Sie habe ihm wiederholt mitgeteilt, dass sie die Funktion nicht mehr ausüben und auch nicht mit der FPÖ in Zusammenhang gebracht werden wolle, daher sei es zu dem Ausschluss gekommen.

Die Regionalleiterin Nord wiederum, Maria Nakovits, habe aufgrund der umfangreichen Tätigkeit und wegen "Kommunikationsschwierigkeiten" ihre Funktion zurückgelegt und werde sich auf ihre Arbeit in Neusiedl am See konzentrieren.

"Finanzen so gut wie noch nie"

Den anonymen Vorwurf, dass es auf dem Konto der FPÖ Burgenland schlecht aussehen soll, weist Tschürtz zurück. Die Finanzen seien so gut wie noch nie.

Nach der Gemeinderatswahl im Herbst soll die gesamte Parteiorganisation neu ausgerichtet werden, kündigt Tschürtz an. "Es gibt jetzt sehr viele interessante Persönlichkeiten in jedem Bereich." Ende des Jahres werde man mit einer neuen Struktur in Richtung Landtagswahl gehen. (APA, 31.7.2017)