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"Die göttliche Ordnung": Lust nicht nur auf Politik

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2. August 2017, 17:19

Petra Volpes Film über den gesellschaftlichen Umbruch rund um das erst 1971 erworbene Frauenwahlrecht in der Schweiz

Was Gott angeblich gegeben hat, darf der Staat ruhig ändern. Beim Frauenwahlrecht in der Schweiz hat es aber bis 1971 gedauert, dass es auf Bundesebene endlich so weit war. Damit war die Schweiz eines der letzten europäischen Länder, das Frauen das Wahlrecht zuerkannte.

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Petra Volpe rekonstruiert in ihrem Spielfilm "Die göttliche Ordnung" das Geschehen im Jahr vor dem entscheidenden Urnengang im appenzellischen Trogen – an dem natürlich nur die Männer wahlberechtigt sind. Nora (Marie Leuenberger) lebt hier mit Mann (Max Simonischek) und Kindern, als der gesellschaftspolitische Umbruch der 68er-Bewegung endlich auch das hinterste Bergtal erreicht. Für Nora der ideale Zeitpunkt, ihre Rolle als Frau und Mutter neu zu definieren und sich im Komitee der Befürworterinnen zu engagieren.

Die Verknüpfung von Privatem und Politischem, von Emanzipation und Repression wird zum Leitfaden dieses Films (in Schwyzerdütsch mit Untertiteln), den Volpe zwar gediegen, aber immerhin mit humoristischen Einsprengseln – etwa der lustvollen Entdeckung der Vagina im verruchten Zürich beim Selbsthilfekurs – erzählt. Motto: Mutig in die neuen Zeiten. (pek, 3.8.2017)