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Video einer syrischen Migrantin: Eine Flucht, wie sie viele erlebten

3. August 2017, 13:00

Der "Guardian" veröffentlichte ein 20-minütiges Video, das an einer Flucht nach Österreich teilhaben lässt, wie sie Tausende ähnlich erlebt haben dürften

Wien – Rania Mustafa Ali, eine 20-jährige Syrerin, hat die Stationen ihrer Flucht aus der syrischen Stadt Kobanê nach Österreich gefilmt. Der "Guardian" hat das rund 20-minütige Video, produziert von Anders Hammer, nun auf seiner Nachrichtenseite veröffentlicht. Es zeigt, wie die junge Frau ihren Rucksack für die Reise packt, es zeigt die Überfahrt von der Türkei nach Griechenland in einem vollkommen überfüllten Gummiboot, das angeblich für 15 Personen gedacht, aber mit 52 Meschen plus Kindern beladen war.

Es zeigt die Ankunft an der griechisch-mazedonischen Grenze und wie Rania erfährt, dass es heißt, dass diese geschlossen ist. Und wie sie beim Kauf angeblicher Bustickets übers Ohr gehauen wird. Hunderte Flüchtlinge harren an der Grenze zu Mazedonien in Zelten im Regen und Matsch aus. Dann macht sich eine Menge auf den Weg Richtung Mazedonien und überquert dabei einen Fluss. Man sieht, wie einzelne Personen in Rollstühlen über das Wasser getragen werden. 15 Minuten später geraten sie an eine gesperrte Straße. Stimmen aus den vordersten Reihen einer Menschentraube rufen, dass sie geschlagen werden.

Tränengas und falsche Pässe

Nach dem nächsten Filmschnitt ist Rania wieder zurück in Griechenland. Als sie erneut Richtung Grenzzaun von Mazedonien marschiert, wird dort mit Tränengas geschossen, dass auch Rania in die Augen gerät. Die junge Frau borgt sich mit einem Freund gemeinsam Geld aus und besorgt sich falsche Pässe und Tickets für einen Flug nach Wien. Dort wird sie von der österreichischen Polizei angehalten und sucht um Asyl an.

Die Tageszeitung "Heute" berichtet, dass der Asylantrag der Syrerin positiv entschieden wurde und Rania ein vorerst befristetes Aufenthaltsrecht für drei Jahre bekommen habe. Liegen dann keine Voraussetzungen für ein Aberkennungsverfahren vor, kann sie dauerhaft bleiben. (red, 3.8.2017)