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Ex-Landeshauptmann Pröll bei Fahrradunfall schwer verletzt

9. August 2017, 12:22

Erwin Pröll erlitt bei dem Sturz in seinem Heimatort Radlbrunn einen Beckenpfannenbruch und kuriert sich zu Hause aus

Wien – Erwin Pröll hat sich am Samstag bei einem Unfall mit seinem Rennrad schwer verletzt. Der 70-Jährige erlitt einen Beckenpfannen- und Schambeinbruch, wurde im Krankenhaus versorgt, befindet sich derzeit aber zu Hause. Eine Operation sei nicht notwendig. Pröll habe Schmerzen, sei sonst aber wohlauf, berichtet sein langjähriger Sprecher Peter Kirchweger dem STANDARD.

Nach seinem Rücktritt als niederösterreichischer Landeshauptmann im April sei Pröll, der ein passionierter Radfahrer ist, sehr sportlich unterwegs gewesen und habe für die jährliche Fahrt auf den Großglockner trainiert. In der Nähe seines Hauses in Radlbrunn sei er aber zu Sturz gekommen. Auf dem Nachhauseweg, nur wenige Kilometer von seinem Heimatort entfernt, hatte Pröll wegen Querverkehrs auf der Bundesstraße anhalten wollen. Er kam jedoch zu Sturz, weil er die Klicks seiner Fahrradschuhe nicht aus den Pedalen lösen konnte. "Dann bin ich mit vollem Körpergewicht aufs Becken gefallen", sagte der Altlandeshauptmann zur APA. Er habe ziemliche Schmerzen gehabt.

Er war alleine zu einer Ausfahrt über etwa 60 Kilometer aufgebrochen. "Ich bin 2017 schon mehr als 2.000 Kilometer mit dem Rad gefahren", so Pröll.

"Den Glockner muss ich heuer leider streichen"

Eine Autofahrerin habe ihn zunächst nach Hause gebracht, im Landesklinikum Horn habe er dann die Diagnose erfahren. Pröll selbst sprach von "Glück im Unglück". Er habe "keine Verschiebungen", deshalb sei auch "keine Operation" notwendig, er kuriert sich zu Hause aus. "Den Glockner muss ich heuer leider streichen", bedauerte er.

Er werde sechs Wochen lang auf Krücken angewiesen sein. Als "ärgerlich" bezeichnete er den Unfall auch deshalb, weil er "psychisch und physisch super drauf" gewesen sei. Pröll sagte am Mittwoch auch, dass ihm der "Umstieg vom aktiven politischen Leben in den neuen Abschnitt sehr gut gelungen" sei. Er sehe noch eine Reihe von Perspektiven und Zielen vor sich. Vorerst werde er jedoch eine "Geduldsprobe" zu bestehen haben. (völ, APA, 9.8.2017)