Foto: Luc Roux

"Dalida": Schön, erfolgreich und unglücklich

9. August 2017, 15:53

Lisa Azuelos zeichnet in ihrem Biopic Leben und Leiden der französischen Chansonsängerin nach

Als Dalida 1973 mit Alain Delon Paroles, paroles (Worte, nur Worte) im Duett sang, hatte sie bereits eine fast zwei Jahrzehnte andauernde Karriere und jede Menge privater Tragödien hinter sich. Rund 150 Millionen Schallplatten hat die in Kairo geborene französische Sängerin italienischer Abstammung verkauft. Mit Einspielungen wie ihrer Version von Bésame mucho feierte sie auch in der Disco-Ära noch Erfolge, bevor sie ihrem Leben 1987 im Alter von 54 Jahren mit einer Überdosis Schlafmittel ein Ende setzte.

Sveva Alviti brilliert in Lisa Azuelos' Biopic "Dalida" als Chansonsängerin.
foto: luc roux

Die französische Regisseurin Lisa Azuelos (LOL), selbst Tochter einer Chansonsängerin, zeichnet nun in ihrem Biopic Dalida Leben und Leiden der Sängerin nach. Erzählt wird ausgehend vom ersten Suizidversuch weitgehend chronologisch. Die bislang unbekannte Italienerin Sveva Alviti meistert die Titelrolle bravourös.

vipmagazin

Allerdings droht der Film immer wieder dem in fast jeder Szene ausgestellten Retrocharme der 60er- und 70er-Jahre zu erliegen. Es triumphieren Kostümdesign und Ausstattung. Die wächsern wirkenden Oberflächen der mit Unterstützung von Dalidas Bruder entstandenen Filmbiografie kommen der Mythisierung seiner Protagonistin entgegen. An ihnen prallt zuweilen die Geschichte einer Frau ab, die um Selbstbestimmung ringt und doch immer wieder an den Verhältnissen scheitert. (glicka, 9.8.2017)

Ab 10.8. im Kino