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Federer im Halbfinale und auf Pole-Position-Kurs

11. August 2017, 23:04

Schweizer zieht in Montreal ins Halbfinale ein und könnte am 21. August ältester Weltranglistenführender werden – Zverev gegen Shapovalov um Finale

Montreal – Roger Federer hat beim Masters-1000-Turnier in Montreal mit einem 6:4, 6:4-Sieg gegen den Spanier Roberto Bautista Agut das Halbfinale erreicht. Nun trifft er auf Robin Haase und hat gute Chancen, in zehn Tagen, nach dem Turnier in Cincinnati, wieder die Nummer 1 zu werden.

Federer zeigte sich gegenüber dem Achtelfinale gegen David Ferrer deutlich verbessert. Die Entscheidung fiel am Ende des ersten und zu Beginn des zweiten Satzes. Als Federer beim Stand von 4:4 zu seinen ersten Breakbällen kam, half der Spanier mit einem Doppelfehler. Im gesamten ersten Satz gab Federer bei eigenem Service nur gerade drei Punkte ab. Später musste Federer nochmals zwei Breakbälle abwehren, nach 68 Minuten verwertete er aber seinen ersten Matchball zum nie gefährdeten Sieg.

Nach dem überraschenden Aus von Rafael Nadal rückt eine Rückkehr auf den Tennis-Thron für Federer immer näher. Sollte er das Turnier in Montreal gewinnen und in Cincinnati mindestens so weit kommen wie der Spanier, würde er am 21. August die älteste Nummer 1 der Geschichte werden.

Shapovalov nicht bei Bresnik

Der Siegeslauf von Alexander Zverev ist ebenso weitergegangen wie der des erst 18-jährigen Kanadiers Denis Shapovalov. Zverev, der ab Montag im Race Dominic Thiem als bisher drittbesten Spieler des Jahres ablöst, bezwang in der Neuauflage des Washington-Finales Kevin Anderson im Viertelfinale mit 7:5,6:4. Der 20-jährige Deutsche trifft im Youngster-Duell auf Shapovalov.

Shapovalov bestätigte am Tag nach dem Sensationssieg über den topgesetzten Rafael Nadal seinen aktuellen Lauf. Er besiegte den ebenfalls überraschend in die Runde der letzten acht vorgestoßen Franzosen Adrian Mannarino mit 2:6,6:3,6:4. "Es zeigt wirklich, wie ich mich auch mental gesteigert habe. Ich finde in den richtigen Momenten mein Spiel", freute sich Shapovalov. Der Weltranglisten-143. wird sich am Montag nicht nur erstmals in den Top 100, sondern sogar schon in den Top 70 wiederfinden.

Der 18-Jährige hatte im vergangenen Oktober bis Februar dieses Jahres übrigens bei Thiem-Coach Günter Bresnik in der Südstadt trainiert und wollte auch eine langfristige Partnerschaft. "Es hat nicht funktioniert, weil er wollte jemanden haben, der 25 Wochen im Jahr mit ihm auf Turniere reist und das ist unmöglich. Daher ist das jetzt eigentlich beendet", meinte Bresnik gegenüber der APA.

Zverev kann Thiem überholen

Nun kommt es, sehr zur Freude der ATP, die ihr neues Saisonfinale der bis zu 21-Jährigen propagiert, zum #NextGen-Duell Shapovalov-Zverev. "Er hat einen großartigen Job gemacht, dass er hier ins Semifinale gekommen ist", lobte Zverev den Lokalmatador. "Er ist so jung und spielt tolles Tennis. Ich werde versuchen, mein bestes Tennis zu spielen und es ihm so schwer wie möglich zu machen", sagte der Deutsche. Zieht der Hamburger ins Endspiel ein, dann überholt er Thiem auch erstmals im ATP-Ranking und wird neue Nummer 7.

Doppel

Ebenfalls im Halbfinale stehen auch die Wimbledon-Doppel-Finalisten Oliver Marach und Mate Pavic. Die österreichisch-kroatische Paarung nahm am Freitag das topgesetzte Duo Henri Kontinen/John Peers (FIN/AUS-1) mit 7:6(9),7:5 aus dem Bewerb. In der Nacht auf Sonntag spielen der Steirer und Pavic, die erstmals seit Wimbledon wieder gemeinsam spielen, auf Philippe Herbert/Nicolas Mahut (FRA-5).

Im Kampf um einen Platz ums Masters, also den ATP-World-Tour-Finals der acht besten Doppelteams, stehen sie damit bereits auf Platz neun. Mit einem Finaleinzug wären sie vorerst Saison-Achte.

Beim Damen-Premier-Turnier in Toronto schaltete Ex-Nummer-1 Caroline Wozniacki die aktuelle Nummer 1, Karolina Pliskova, nach einem fast dreistündigen Marathon sowie drei Regenunterbrechungen mit 7:5,6:7(3),6:4 aus. Es war der erste Sieg der Dänin über eine aktuelle Weltranglisten-Erste. Wozniacki trifft nun auf Kerber-Bezwingern Sloane Stephens (USA), die die Tschechin Lucie Safarova 6:2,1:6,7:5 niederrang. Das zweite Halbfinale wurde wegen Regenverzögerungen erst am Samstag ermittelt. (APA, red, 11.8.2017)