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Tiroler Olympia-Befragung will "Bürger für dumm verkaufen"

14. August 2017, 15:08

Opposition sieht bei Kosten, Sicherheit, Sportstätten "so vieles geheim und unklar"

Innsbruck – Für die Oppositionspartei Liste Fritz steht eines schon fest. Die Volksbefragung am 15. Oktober über eine mögliche Bewerbung Tirol/Innsbruck für Olympische Winterspiele 2026 ist "peinlich und höchst manipulativ". "Es ist der Versuch von Platter und Co., die Tiroler Bürger mit einer wertenden Fragestellung für dumm zu verkaufen", heißt es von Seiten der Liste am Montag in einer Aussendung.

Mit Schlagworten wie selbstbewusst, nachhaltig, regional, wirtschaftlich und ökologisch wird die Werbetrommel für Olympia gerührt. Dabei bleiben sie den Innsbrucker und Tiroler Bürgern die entscheidenden Antworten auf wesentliche Fragen schuldig. Land und Stadt hatten am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz die Fragestellung präsentiert und die ist reichlich unpräzise. "Soll das Land Tirol ein selbstbewusstes Angebot für nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Olympische und Paralympische Winterspiele Innsbruck-Tirol 2026 legen?"

Bis dato sei aber der Host City Vertrag geheim, die Millionenkosten für die Sicherheit nicht bekannt und das Areal für das Olympische Dorf nicht gesichert, beklagte die Oppositionspartei. Nicht einmal alle Sportstätten seien vorhanden bzw. verhandelt. "So vieles ist geheim und unklar, weshalb es peinlich ist, dass sich Platter, Oppitz-Plörer und Grüne die Zustimmung der Tiroler für Olympia mit einer manipulativen Fragestellung erschleichen wollen", erklärten Liste-Fritz-Klubchefin Andrea Haselwanter-Schneider und die Abgeordnete Isabella Gruber. Die Fragestellung soll am (morgigen) Dienstag von der schwarz-grünen Landesregierung beschlossen werden.

Das Angebot

Das Angebot des Landes Tirol und der Stadt Innsbruck orientiert sich an der bereits präsentierten Machbarkeitsstudie. So sollen beispielsweise keine neuen Wettkampfstätten gebaut werden. Zudem gehe das Angebot bewusst deutlich unter bisherige internationale Maßstäbe, beispielsweise bei den Zuschauerkapazitäten. Die Olympischen und Paralympischen Winterspiele sollen außerdem unter den Rahmenbedingungen eines "Green Event" ausgerichtet werden. Ein wichtiger Punkt: Für die Durchführung sollen keine Steuergelder ausgegeben werden, da sämtliche Ausgaben für die Organisation und Durchführung durch Einnahmen gedeckt seien.

Am Innsbrucker Frachtenbahnhof sollen 400 wohnbaugeförderte Wohnungen für ein Olympisches Dorf entstehen. Die ÖBB habe als Grundeigentümer hierfür schon ihre grundsätzliche Zustimmung erklärt, eine schriftliche Zusage geben es jedoch noch nicht – es laufen aber "positive Gespräche", hieß es. Für die innere Sicherheit, also innerhalb der Wettkampfstätten, des Olympischen Dorfes etc., seien bereits 40 Millionen Euro budgetiert. Die öffentliche Sicherheit sei Bundessache. Hierzu habe sich die Bundesregierung mit einem Beschluss am 7. Juni im Ministerrat bereits bekannt. (APA, red, 14.8.2017)