Foto: Reuters, Regis Duvignau

Werberiese Facebook: Bis zu 44 Prozent Marktanteil in den USA

11. September 2017, 09:00

Weltgrößter Werber WPP will 2017 erstmals mehr bei Facebook buchen als bei Murdochs Medien

London/New York – Die größte Werbeholding der Welt dürfte heuer zwei Milliarden Dollar und damit erstmals mehr bei Facebook buchen als bei den Medien von Rupert Murdoch von Fox News bis "Sun" und "Wall Street Journal". Damit wird Facebook Nummer zwei bei der WPP – weit nach Google mit heuer rund sechs Milliarden (nach fast fünf 2016). Den US-Werbemarkt dominieren die beiden digitalen Riesen – in der Displaywerbung liegt Facebook schon vorne.

WPP-Chef Martin Sorell hat seine neue Rangliste seiner bestgebuchten Medienhäuser nach dem US-Wirtschaftssender CNBC nun auch der deutschen "Wirtschaftswoche" in einem Interview anvertraut. Zur WPP gehört – neben Werbeagenturen wie Ogilvy, J. Walter Thompson, Young & Rubicam, Grey oder auch Hirschen – insbesondere die dominierende Mediaagenturholding Group M mit Agenturen wie Mediacom, Mindshare, Mec und Maxus.

40 Prozent Fernsehen

Sorell sagt der "Wirtschaftswoche" aber auch: Wer 40 Prozent des Marktes ignoriert, der hat ein Problem". Und meint: 40 Prozent der Spendings gehen weltweit noch ans klassische Fernsehen.

Digital, mobil: Der US-Werbemarkt

Der US-Werbemarkt sieht allerdings schon wenig anders aus, wie die Medien- und Journalismusforscher des renommierten Pew Research Center in ihrem jüngsten Bericht zur Lage der Nachrichtenmedien analysieren. Im August legten sie Daten zum (digitalen) Werbemarkt in den USA vor, aus ihrem scheibchenweise präsentierten Bericht über den "State of the News Media". Die Daten basieren auf Schätzungen der Marktforscher von eMarketer.

Von den gesamten Werbeausgaben in den USA ging demnach 2016 ein gutes Drittel in digitale Werbung:

In der digitalen Werbung überwiegt laut Pew/eMarketer schon die auf mobilen Endgeräten ausgespielte Werbung – mit rund zwei Dritteln des Gesamtvolumens.

eMarketer und Pew werfen noch einen näheren Blick auf Displaywerbung – also Banner, Popups, Video und Co, üblicherweise Werbeformen, die insbesondere klassische Medien auf ihren Seiten anbieten. Vor allem um Nachrichtenmedien geht es ja in dem jährlichen Pew-Bericht. Bei den Display-Werbeformen hat demnach mobile Werbung schon mehr als doppelt soviel Volumen wie Desktop-Werbung.

Die größten Player in der digitalen Displaywerbung in den USA laut eMarketer und Pew Research Center: Facebook, weit vor Google – die Nummer eins der weltweiten Digitalwerbung mit 2016 rund 80 Milliarden Werbeumsatz setzt ja auf andere Werbeformate.

In der mobilen Displaywerbung in den USA ist der Vorsprung von Facebook mit 44 Prozent Marktanteil noch weit gewaltiger:

An die beiden digitalen Riesen Google und Facebook ging 2016 laut Mediaagentur Zenith fast ein Fünftel der weltweiten Werbeausgaben. (red, 11.9.2017)