Permafrost auf Zugspitze könnte 2080 verschwunden sein

16. August 2017, 12:31

Risiko von Steinschlägen und Felsstürzen dürfte sich erhöhen

München – Tauwetter an Deutschlands höchstem Berggipfel: Der Permafrost an der Zugspitze könnte nach Berechnungen des Bayerischen Landesamts für Umwelt schon um das Jahr 2080 verschwunden sein.

Die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf wies darauf hin, dass die Zugspitze ein wichtiger regionaler Indikator für den Klimawandel sei, dass es aber auch um die Stabilität des Bergmassivs gehe: Permafrost halte als ewiges Eis die Berge im Hochgebirge im Innern zusammen, sagte Scharf anlässlich der Präsentation der Permafrost-Studie. Schmilzt er, sei häufiger mit Steinschlag und Felsstürzen zu rechnen.

Messungen zeigen klaren Trend

In den vergangenen 100 Jahren ist die Temperatur in den Alpen den Angaben nach mit 1,5 Grad doppelt so stark gestiegen wie im globalen Durchschnitt. Eine Folge sind schmelzende Gletscher: In 20 bis 30 Jahren könnten bis auf den Höllental-Gletscher auf der Zugspitze alle bayerischen Gletscher verschwunden sein.

Zur Kontrolle der klimatischen Veränderungen an der Zugspitze hat das Landesumweltamt bei der Forschungsstation Schneefernerhaus eine Dauermessstation errichtet. Zu diesem Zweck wurde der Gipfelbereich der Zugspitze durchbohrt und das 44 Meter lange Bohrloch mit Temperatursensoren versehen. (APA, 16. 8. 2017)