Südkorea: Lebensgroße Figuren erinnern an Zwangsprostituierte

Abbilder junger Frauen erinnern an Missbrauch unter japanischer Besatzung

Seoul – Mit lebensgroßen Figuren in Bussen erinnert Südkorea an das Schicksal der Zwangsprostituierten im Zweiten Weltkrieg. Am Montag fuhren in der Hauptstadt Seoul erstmals Busse mit dem Abbild einer jungen Frau im traditionellen Gewand mit nackten Füßen – so werden die Zwangsprostituierten aus der Zeit der japanischen Besatzung bis 1945 üblicherweise dargestellt.

Während des Zweiten Weltkriegs zwang Japan hunderttausende Frauen aus Korea, China und anderen besetzten Ländern, in Militärbordellen den japanischen Soldaten zu Diensten zu sein. Der Umgang mit den in Japan beschönigend "Trostfrauen" genannten Prostituierten ist ein sehr emotionales Thema in Südkorea, wo es seit Jahren Proteste vor der japanischen Botschaft gibt.

Erinnerung an der japanischen Botschaft

Die Busgesellschaft in Seoul will zunächst fünf Busse mit den Figuren ausstatten. Bei jeder Fahrt an der japanischen Botschaft vorbei soll eine historische Erklärung zum Schicksal der Frauen ertönen. "Wir wollen die Menschen dazu bringen, unsere schmerzhafte Geschichte nicht zu vergessen", betonte die Busgesellschaft.

Japan hatte vor knapp einem Jahr eine Milliarde Yen (umgerechnet 8,7 Millionen Euro) an eine südkoreanische Stiftung überwiesen, um die Überlebenden und die Familien von verstorbenen Opfern zu unterstützen. Die neue südkoreanische Regierung unter Präsident Moon Jae-in lässt die Einigung mit Tokio aber überprüfen. AktivistInnen kritisierten, dass Japan keine rechtliche Verantwortung für die Verbrechen der Armee übernommen hat. (APA, 16.8.2017)

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