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Sozialdemokratische Ex-Politiker als Handlanger von Despoten?

Einserkastl |
17. August 2017, 16:52

Holen die sich, was ihnen zusteht?

Franz Vranitzky war eine Zeitlang Aufsichtsrat bei Magna International, Wolfgang Schüssel ist Aufsichtsrat beim deutschen Energieriesen RWE, Werner Faymann ist Berater bei einem Innsbrucker Immobilienentwickler. Warum sollen Ex-Politiker nicht ins Business einsteigen? Es kommt aber schon darauf an, bei wem man anheuert.

Ex-Vizekanzler Spindelegger (ÖVP) arbeitete für einen ukrainischen Oligarchen. Zu Ex-Kanzler Gusenbauers vielen Kunden gehört das rohstoffreiche, aber demokratiearme Regime des kasachischen Präsidenten Nasarbajew. Und, wie sich im Zuge der Verhaftung des israelischen SPÖ-Wahlkampfberaters Tal Silberstein herausstellt, ist Gusenbauer auch Aufsichtsratsmitglied in einer Firma eines gleichfalls verhafteten Silberstein-Partners (Gusenbauer hat Kern seinerzeit Silberstein empfohlen).

Der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) spielt den Lobbyisten für die energiepolitische Machtpolitik Wladimir Putins. Schröder ist Vorsitzender des russisch dominierten Konsortiums, das die Ostsee-Gasleitung Nordstream baut. Nun soll er auch noch Aufsichtsrat des russischen Energiegiganten Rosneft werden. Und wird damit "zum Handlanger eines autoritären Systems" (Frankfurter Allgemeine Zeitung).

Sozialdemokratische Ex-Politiker als Bedienstete postsowjetischer Despoten?

Die sich holen, was ihnen zusteht? (Hans Rauscher, 17.8.2017)

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