EU-Parlamentspräsident: Mehr Zusammenarbeit bei Terrorabwehr

20. August 2017, 08:35

Tajani fordert bessere Kooperation bei Strafverfolgung, Justiz und Geheimdiensten – Trauerfeier in Barcelona

Straßburg/Barcelona – Nach den jüngsten Terroranschlägen in Spanien und Finnland hat EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani eine bessere europäische Kooperation bei der Terrorabwehr gefordert. "Eine stärkere Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung, den Geheimdiensten und den Justizbehörden wird uns helfen, den Krieg gegen den Terror zu gewinnen", sagte Tajani den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntag).

Auch sollte mehr gegen die Verbreitung von Propaganda und Terror-Anleitungen im Internet unternommen werden. Islamisten müssten davon abgehalten werden, "die Köpfe junger Menschen zu vergiften", erklärte der EU-Parlamentspräsident.

Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl rief die Sicherheitsbehörden in Europa zu besserer Kooperation auf. "Wir brauchen bestmöglichen Austausch von Daten und Informationen", sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Je mehr jedes Land nur für sich agiert, desto leichteres Spiel haben die Feinde unserer Freiheit. Wir müssen begreifen: Der islamistische Terror ist kein nationaler Terror, das ist eine kontinentale Herausforderung für Europa."

"Bestmöglichen Austausch von Daten"

In der Basilika Sagrada Familia in Barcelona fand indes am Sonntag die Trauerfeier für die Opfer des Anschlags in Katalonien statt. An der Messe in der weltberühmten, von Antoni Gaudi entworfenen Kirche nahmen auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia, Ministerpräsident Mariano Rajoy, der portugiesische Präsident Marcelo Rebelo de Sousa und zahlreiche weitere Spitzenpolitiker wie der Präsident der Region Katalonien und die Bürgermeisterin von Barcelona teil.

Die Feier "für den Frieden" wurde vom Erzbischof von Barcelona, Juan José Omella, geleitet. Die Messe begann um kurz nach 10 Uhr morgens mit feierlicher Orgelmusik. Bei dem Anschlag auf die Flaniermeile Las Ramblas waren am Donnerstag 14 Menschen ums Leben gekommen, mehr als 120 wurden verletzt. (APA, red, 20.8.2017)