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Burgenland und Ungarn kämpfen gemeinsam gegen Ragweed

21. August 2017, 09:49

Ambrosia verursacht Allergiebeschwerden. Ein EU-gefördertes, grenzüberschreitendes Programm soll die Verbreitung der eingeschleppten Art nun eindämmen

Das Burgenland und Ungarn sagen gemeinsam Ragweed den Kampf an. Im Rahmen eines Interreg-Programms sollen in der Grenzregion die Ursachen für die Verbreitung der Allergiebeschwerden verursachenden Pflanze erforscht und Maßnahmen zur Eindämmung erarbeitet werden, teilte Burgenlands Agrarlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) zum Auftakt des gemeinsamen Projekts "Joint Ambrosia Action" mit.

Das Beifußblättrige Traubenkraut, auch Ambrosia oder Ragweed genannt, aus der Familie der Korbblütler wurde aus Nordamerika nach Europa eingeschleppt und kommt seit den 1960er-Jahren auch in Österreich vor. Meist als Unkraut an Straßen- und Wegrändern, auf Feldern und Ackerflächen, aber auch auf Baustellen und Brachflächen zu finden, sind seine Samen besonders lebensfähig. Ragweed-Pollen gehören zu den stärksten Allergieauslösern, mit steigender Erwärmung des Klimas nehmen die Zahl der Betroffenen und die Schwere der Symptome zu.

Allein in Österreich machen die Kosten für die Behandlung von Allergie- und Asthmabeschwerden durch Ragweed rund 88 Millionen Euro pro Jahr aus, erläuterte Dunst. Ungarn, das schon lange von der Problematik betroffen sei, habe seine Bekämpfungsmaßnahmen verstärkt.

Steigende Pollenkonzentration

Das Burgenland sei besonders betroffen, weil die meist durch Verkehrsmittel und landwirtschaftliche Maschinen geschehende Verbreitung in erster Linie aus den östlichen Nachbarländern erfolge. Mit der stärkeren Verbreitung steige auch die Pollenkonzentration.

Gemeinsam mit dem Nachbarland sei daher vom Land Burgenland dieses Interreg-Projekt (Interreg ist ein EU-gefördertes Programm für grenzüberschreitende Kooperationen, Anm.) initiiert worden. Im Rahmen von "Joint Ambrosia Action" soll die Erfassung und Eindämmung von Ragweed ausgearbeitet und organisiert werden. Auf Basis der dabei erhaltenen Daten könnten grenzüberschreitend koordinierte Empfehlungen zur Bekämpfung und Verhinderung der Ausbreitung erstellt werden.

Bekämpfungssystem entwickeln

Zu den Schwerpunkten im Programm zählen unter anderem die Information der Bevölkerung sowie von Schülern, Landwirten, Straßenverwaltung, Maschinenringen und Organisationen mit Naturschutz-Bezug. Im Burgenland wurden in der Landwirtschaft 76 Probenflächen festgelegt und Proben entnommen. Im Sommer 2018 sollen 24 weitere Flächen dazukommen.

Nach Auswertung durch die landwirtschaftliche Fakultät der Universität Mosonmagyarovar erhalte jede Landwirt die Ergebnisse für seine Feldstücke per Mail übermittelt, so Dunst. Dazu bekämen die Projektpartner eine Gesamtauswertung. In weiterer Folge soll dann ein Melde- und Bekämpfungssystem entwickelt werden, das eine effiziente Bekämpfung von Ragweed zum Ziel habe. (APA, 21.8.2017)