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Strache reicht FPÖ-Liste ein: "Karten neu gemischt"

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21. August 2017, 12:55

Freiheitlichen-Chef will bei der Nationalratswahl Stimmenzuwachs erzielen – Unentschlossene sollen überzeugt werden

Wien – FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Montag bei der Wahlabteilung des Innenministeriums die blaue Bundesliste für die Nationalratswahl eingereicht. Ziel sei es, beim Urnengang am 15. Oktober Vertrauen dazuzugewinnen, sagte der Parteichef vor Beginn der Übergabe der Liste.

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Strache, der mit rund halbstündiger Verspätung zu seinem Termin in der Wahlabteilung im dritten Wiener Gemeindebezirk eintraf, nutzte die Gelegenheit im Besprechungsraum der Wahlabteilung für eine spontane Pressekonferenz vor den zahlreichen anwesenden Journalisten. Erst danach widmete sich der Parteichef der Amtshandlung mit dem wartenden Leiter der Wahlabteilung, Robert Stein.

Der Wahlkampf beginne ja erst jetzt, daher sehe er auch die Umfragen, die der ÖVP einen deutlichen Vorsprung vor SPÖ und FPÖ prognostizieren, gelassen, gab Strache zu verstehen. "Heute werden die Karten neu gemischt", sagte er. Umfragen sei er stets skeptisch gegenübergestanden, verwies der Parteiobmann etwa auf Medienberichte, die Norbert Hofer bei der Bundespräsidentschaftswahl bei nur acht Prozent gesehen hätten.

Die erste Frau auf Platz vier

Es werde vor allem darum gehen, die geschätzten 22 Prozent der derzeit noch unentschlossenen Wähler zu erreichen, sagte Strache. Der blaue Bundeswahlvorschlag setze dabei auf erfahrene Persönlichkeiten, verwies der Parteichef auf die bereits vor knapp zwei Wochen vorgestellte Liste. Neben ihm als Spitzenkandidat kandidiert Hofer auf Platz zwei der Bundesliste, dahinter Generalsekretär Herbert Kickl.

Man habe aber alle Alters- und Berufsgruppen umfasst, verwies Strache – der am Montagabend noch einen Auftritt im ORF-"Sommergespräch" eingeplant hat – etwa auf die auf Platz vier kandidierende Salzburger Landesparteichefin Marlene Svazek (25). Gefragt nach Koalitionsbedingungen verwies Strache einmal mehr auf die Forderung nach einem Mehr an Direkter Demokratie, außerdem müsse die Kammerumlage halbiert werden. Der blaue Wunsch nach einem Aus für die "Zwangsmitgliedschaft" in den Kammern sei hingegen nur eine "Maximalforderung", aber keine Koalitionsbedingung, so Strache. Konkreteres werde man bei der Präsentation des Wirtschaftsprogramms am Mittwoch erfahren. (APA, 21.8.2017)