Südtirol: Gräber aus Kupferzeit und Spätantike in Schottergrube entdeckt

21. August 2017, 17:57

Genaues Ausmaß der Funde konnte noch nicht eruiert werden

Neumarkt – Archäologen haben in einer Schottergrube in Laag/Neumarkt in Südtirol ein Grab aus der Kupferzeit und ein römisches Gräberfeld gefunden. Das Landesamt für Bodendenkmäler überwachte den Abbau in der Schottergrube und entdeckte dabei rund zehn Meter unterhalb des heutigen Niveaus ein Grab aus der Kupferzeit, hieß es in einer Aussendung.

"Das Grab enthielt als Beigabe einen Feuerstein-Dolch aus dem 3. Jahrtausend vor Christus – der Feuerstein stammt aus den lessinischen Bergen", berichtete die Archäologin und Direktorin des Landesamts für Bodendenkmäler, Catrin Marzoli. (Bilder gibt es hier.) Es handle sich um eine kupferzeitliche Bestattung mit Grabhügel. Eine Untersuchung der gefundenen menschlichen Überreste habe ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren gehandelt hat.

Römerzeitliches Gräberfeld

Zudem sei bei der Überwachung des Schotterabbaus ein weiterer "sensationeller Fund" zutage getreten. Die Archäologen stießen auf ein römerzeitliches Gräberfeld mit etwa 70 Körperbestattungen. Die bisher geborgenen archäologischen Funde deuteten auf eine Datierung in die Spätantike – 4. bis 5. Jahrhundert – hin. Die gesamte Ausdehnung des Gräberfeldes habe noch nicht ermittelt werden können.

Weitere Gräber befanden sich noch im bergseitig angrenzenden Areal. Wie viele es sind, wisse man nicht genau, da der Schotter an dieser Stelle noch nicht bis auf das Niveau der archäologischen Schichten abgetragen worden sei, sagte die Archäologin. Es handelt sich laut Marzoli neben jenem von St. Lorenzen im Pustertal um das größte bisher im Südtiroler Raum nachgewiesene römerzeitliche Gräberfeld.

Das Gräberfeld lag ursprünglich bergseitig der Via Claudia Augusta, die den oberitalienischen Raum über das Etschtal mit der Hauptstadt der Provinz Raetia, Augusta Vindelicum (Augsburg), verband. In nicht all zu großer Entfernung wurde vor mehreren Jahren eine ausgedehnte römerzeitliche Siedlung freigelegt. "Vermutlich wurden im Bereich der heutigen Schottergrube die Verstorbenen aus dieser Siedlung bestattet", so Marzoli. (APA, 21.8.2017)