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"Die Schlösser aus Sand": Geduldig gebaut

23. August 2017, 16:32

Olivier Jahan hat seinen Film unter ziemlich privaten Umständen im Haus des eigenen Vaters gedreht

Vielleicht war es ein Fehler von Samuel (Yannick Renier), dass er Éléonore (Emma de Caunes) in die Bretagne begleitet hat. Sie möchte dort das Haus, das ihr als Erbe zugefallen ist, loswerden. Und ausgerechnet ihr Exfreund, mit dem sie mutwillig gebrochen hat, soll ihr nun dabei helfen. Samuel wiederum, der an der Trennung nicht weniger Verantwortung trägt und bereits eine neue Liebe gefunden hat, fühlt sich verpflichtet. Und schuldig. Doch weil man dieses Haus so gut kennt aus gemeinsamen Tagen, stehen Samuel und Éléonore heute einander noch näher als früher.

Kurzes Glück am Strand in der Bretagne: "Die Schlösser aus Sand" von Olivier Jahan.
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Die Schlösser aus Sand ist ein bescheidener Film. Es ist die erst zweite Arbeit von Olivier Jahan nach fünfzehn Jahren, entstanden unter ziemlich privaten Umständen und gedreht im Haus des eigenen Vaters. Diese Genügsamkeit zeigt sich auch in der Erzählung, die sich hauptsächlich darauf konzentriert, das psychologische Terrain und die verborgenen Gefühle des Paars – die Trauer, den Zorn – fast ganz ohne dramatische Höhepunkte zu vermessen.

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Mitunter wirkt Jahans Film so distanziert wie die Erzählstimme der geheimnisvollen Nachbarin, die den Vater offensichtlich gut kannte und die stets mehr zu wissen scheint als dessen Tochter. Man muss diesem Film jedenfalls mit Geduld begegnen, aber das ist beim Bauen von Sandschlössern ja auch nicht anders. (pek, 23.8.2017)