Illegale Islamschule: IGGiÖ gegen Schließung

23. August 2017, 19:47

"Nur Imam-Kurs" – Olgun zieht Vergleich mit Judenverfolgung

Wien – Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) spricht sich gegen die Schließung einer umstrittenen und nicht genehmigten islamischen Schule in Wien-Liesing aus. "Eine Schließung wäre der falsche Weg. Es ist ja sowieso keine Schule, sondern lediglich ein Imam-Kurs", sagte IGGiÖ-Präsident Ibrahim Olgun gegenüber der Tageszeitung "Kurier".

Er handle sich weder um eine konfessionelle Schule der Glaubensgemeinschaft, noch um eine Imam-Hatip-Schule, erklärte Olgun weiter. Betreiber sei ein Fachverein, dessen Tätigkeit ein Fortbildungskurs für Muslime, die die Schulpflicht bereits erfüllt haben. "Hierbei ist zu beachten, dass dieser Kurs seit einigen Jahren besteht, allerdings erst kurz vor der Nationalratswahl für Aufsehen sorgt." Die IGGiÖ sei weder für die Aufsicht, noch die Verwaltung des Kurses zuständig. Das Bildungsministerium bzw. der Wiener Stadtschulrat haben gegen die Schule, die in den vergangenen Tagen für Diskussionen gesorgt hatte, inzwischen Anzeige erstattet.

"Wir vertrauen unseren Imamen"

Im Zusammenhang mit dem Problem radikaler islamistischer Prediger will Olgun unterdessen die Kontrollen verstärken. "Würden unsere Imame radikalisieren, würden wir sie sofort entlassen. Wir vertrauen unseren Imamen natürlich – aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Deshalb werden wir unser Personal aufstocken und Beobachter zu den Freitagspredigten in die Moscheen schicken. Außerdem sind wir im ständigen Kontakt mit den Sicherheitsbehörden, die wir einschalten, wenn wir illegale Hinterhofmoscheen entdecken", sagte Olgun dem "Kurier".

Nazi-Vergleich

Kritik übte der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft am laufenden Wahlkampf, der seiner Meinung nach auf dem Rücken der Muslime ausgetragen werde. "Gerade die österreichische Geschichte ist eine gute Erinnerung daran, wie eine bestimmte Glaubensgruppe ins Eck gedrängt wurde und was dann die Folgen waren. Das darf sich nicht wiederholen. Man sollte für kurzfristige Wahlerfolge keine langfristigen Schäden des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Kauf nehmen." (APA, 23.8.2016)