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Nach wie vor Glyphosat in österreichischem Bier

24. August 2017, 10:50

Die Umweltschutzorganisation hat erneut österreichische Biere getestet. Vier von neun Produkte waren mit Glyphosat belastet

Glyphosat ist der weltweit meist eingesetzte Pestizidwirkstoff. Seine Rückstände lassen sich daher in etlichen Lebensmitteln nachweisen. Bereits im Vorjahr hat die Umweltschutzorganisation Global 2000 neun beliebte österreichische Biermarken untersucht. In rund der Hälfte wurden damals Spuren von Glyphosat gefunden, wenngleich die Belastungen um ein Vielfaches niedriger waren als bei den deutschen Bieren, die zuvor ebenfalls getestet wurden.

Nun hat Global 2000 erneut getestet, um festzustellen, ob sich die Zusammensetzung der Biere geändert hat. Getestet wurden in Österreich die gleichen Biermarken wie vor einem Jahr: Ottakringer Helles, Puntigamer (das bierige Bier 5,1%), Wieselburger Gold, Zipfer Märzen, Stiegl Goldbräu, Mohren Pfiff, Hirter Privat Pils, Gösser Märzen und Zwettler Original.

Am höchsten belastet waren im aktuellen Test die Biersorten "Ottakringer Helles" und "Mohren Pfiff". Eine höhere Belastung als im letzten Jahr haben wurde bei den Biermarken "Wieselburger Gold" und "Zipfer Märzen" festgestellt. Eine geringere Belastung als im letzten Jahr wies "Stiegel Goldbräu" auf.

Vier von neun

Wie schon im letzten Jahr wurden in vier der neun getesteten Biere geringe Belastungen mit Glyphosat oberhalb der Nachweisgrenze gefunden. Die Werte lagen zwischen vier und sieben Mikrogramm pro Liter [µg/l]. Die Nachweisgrenze lag bei zwei µg/l. Für Bier als verarbeitetes Produkt gibt es keinen eigenen Grenzwert, der vorsorgliche Grenzwert für Trinkwasser liegt allerdings bei 0,1 µg/l und damit deutlich unterhalb der Nachweisgrenze des von uns beauftragten Labors.

Die in diesem Jahr gefundenen Glyphosat-Rückstände entsprechen weitgehend den Werten aus Vorjahr. Diese lagen damals im direkten Vergleich mit den Belastungen der deutschen Biere deutlich niedriger. Inzwischen haben sich die deutschen Biere allerdings auffallend verbessert und weisen 2017 Belastungen in einer vergleichbaren Größenordnung auf (0,2-5,1 µg/l) wie die österreichischen Biere. Die Analysemethode im deutschen Test war allerdings deutlich empfindlicher und so ist es keiner deutschen Brauerei bisher gelungen, Glyphosat völlig aus dem Bier zu verbannen.

Reale Gefahr?

Glyphosat wird von der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC der WHO als wahrscheinlich krebserregend bei Menschen und als DNA-schädigend (genotoxisch) eingestuft. Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung und die europäischen Behörden European Chemicals Agency (ECHA) und European Food Safety Authority (EFSA) halten Glyphosat dagegen für "wahrscheinlich nicht krebserregend".

Neben den gesundheitlichen Auswirkungen steht Glyphosat auch wegen seiner negativen Folgen für die Umwelt in der Kritik. Weitgehend unumstritten ist, dass Glyphosat giftig für Wasserorganismen ist und einen negativen Einfluss auf die Artenvielfalt hat. (red, 24.8.2017)