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Nach Aufregung über rechte Tweets: Pilz-Kandidat Schlögl zieht sich zurück

29. August 2017, 20:28

Nummer zwei der Tiroler Landesliste teilt auf Twitter Beiträge eines rechten Webportals und Tweets von FPÖ-Politikern. 2013 unterstützte er noch das BZÖ, und er lehnt das Agrarurteil des VfGH ab

Innsbruck – Dass Wilhelm Schlögl als Nummer zwei auf der Tiroler Landesliste von Peter Pilz aufscheinte, sorgte für Verwunderung. Bekannt wurde er nämlich als erbitterter Gegner des Agrargemeinschafts-Urteils des Verfassungsgerichts. Er vertritt in dem seit Jahrzehnten in Tirol schwelenden Rechtsstreit, der auch als größtes Eigentumsdelikt der Zweiten Republik bezeichnet wird, die Meinung, das Höchstgericht habe die Bauern durch sein Erkenntnis enteignet. Mit seinem Verein für Eigentümerinteressen versucht er bislang erfolglos, das Gesetz mit Entschädigungsklagen gegen Gemeinden zu kippen.

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Nähe zu rechten Positionen bei Migration

Die Liste Pilz bestätigte der "Tiroler Tageszeitung", dass man von Schlögls Agraraktivitäten wisse, ihn aber nicht darauf reduzieren dürfe. Wovon man allerdings nicht zu wissen scheint, ist Schlögls Affinität zum rechten Rand. 2013 unterstützte er noch das BZÖ im Wahlkampf. Und auf seinem Twitter-Account teilt er zahlreiche Einträge eines rechten Internetportals – vornehmlich zum Thema Migration – sowie von FPÖ-Granden wie Heinz-Christian Strache.

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Christian Minutilli, Sprecher der Liste Pilz, erklärte sich zunächst dazu auf STANDARD-Nachfrage überrascht. Am Dienstagabend twitterte Peter Pilz, Schlögl habe seine Kandidatur zurückgezogen.

Schlögl selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar. (Steffen Arora, 29.8.2017)

Update 20.30 Uhr: Der Artikel wurde ergänzt, nachdem Peter Pilz via Twitter bekannt gegeben hat, dass Wilhelm Schlögl seine Kandidatur zurückgezogen hat.