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Apple will 4K-Filme um 20 Dollar verkaufen, Hollywood wehrt sich

29. August 2017, 16:36

Filmstudios sehen Preis eher bei 30 Dollar – Verhandlungen bis Apple-Event Mitte September geplant

Apple liegt sich momentan mit Filmstudios in den Haaren. Diese weigern sich, den Preis für neue Filme in hochauflösendem 4K auf 19,99 Dollar herabzusetzen. Genau damit will Apples iTunes aber punkten. In Kombination mit einem neuen Apple TV-Gerät, das 4K- und HDR-Streaming unterstützt, soll Apple wieder Marktanteile in dieser Produktsparte gewinnen. Zuletzt war Apple gegenüber Amazon und Roku ins Hintertreffen geraten. Auch Googles Chromecast macht der Apple-Fernsehbox Konkurrenz.

Kein Preisdiktat erwünscht

Hollywood ist aber nicht überzeugt. "Wir sagen denen bei Apple auch nicht, wie viel sie für ein iPad verlangen sollen", so ein hochrangiger Manager aus der Filmbranche zum Wall Street Journal. Die Studios sehen 4K-Filme eher im Bereich von 30 Dollar. Derzeit sind Blockbuster in 4K auf Amazon für diesen Preis zu haben.

Disruption

Die Filmbranche ist eine der letzten Bastionen, in denen die IT-Konzerne noch keine große "Disruption" erzeugen konnten. Das soll sich künftig aber ändern. So planen Anbieter wie Videostreamer Netflix, vermehrt eigene Filme zu produzieren. Diese sollen dann gleichzeitig im Kino und online laufen. Andere Start-Ups wollen Blockbuster am Tag ihres Kinostarts im Netz anbieten.

Hinterher hinken

Apple hinkt den aktuellen Entwicklungen schon länger hinterher. Vom Erfolg der Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Video wurde der Konzern offenbar völlig überrumpelt. Unter der Ägide des verstorbenen Mitgründers Steve Jobs konnte Apple mit iTunes die Unterhaltungsbranche revolutionieren, doch seitdem hat sich wenig getan. Apple Music startete etwa Jahre nach Spotify und Co. Nun muss Apple auch im Bewegtbild-Bereich nachlegen. (red, 29.8.2017)